Monats-Archive: Mai 2011

Die Angst der CDU vor den Grünen

Es ist bemerkenswert, wie groß die Angst der CDU vor den Grünen mittlerweile zu sein scheint – und wie „verzweifelt“ manch Versuch anmutet, damit umzugehen.

Ihr kennt doch bestimmt „Die-Dagegen-Partei„?


Mit diesem „Web-Projekt“ will die CDU beweisen, dass die Grünen ja eigentlich nur eine „Dagegen-Partei“ sind. Was nicht per se schlecht sein muss, aus Sicht der CDU aber darauf reduziert werden könnte, dass die Grünen halt immer dagegen sind. Und genau hier hat die Bundes-CDU(!) jetzt auch Voerde entdeckt:

Hinter einem der kleinen Links ist zu lesen:
Die Grünen sind gegen den Bau eines neuen Sportparks in Voerde im Niederrhein. Das Projekt soll die Attraktivität der Stadt erhöhen und junge Familien anziehen.
(Rheinische Post, 29.09.2010)

Was fast wie ein Zitat anmutet und doch nur eine „Zusammenfassung“ ist, natürlich ohne Link zur eigentlichen Quelle, natürlich Unsinn.

Schaut man in den Artikel, so steht da z. B.:
Während das Projekt, die Leichtathletik- und die Fußballanlagen der Sportvereinigung (SV) 08/29 Friedrichfeld vom Tannenbusch und der Heidestraße auf das ehemalige Backcock-Gelände umzusiedeln, von der SPD, der CDU und der FDP befürwortet wurde, lehnten es die Wählergemeinschaft Voerde (WGV), Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen auch weiterhin ab. […]

Das Nein der Grünen begründete deren Sprecher Holger Mrosek unter anderem damit, dass für den Sportpark rund 80 000 Bäume gefällt werden müssten. Ein zusammenhängendes Waldgebiet auf dem Babcock-Gelände zu erhalten, sah er als wichtiger an, als die dortige Zusammenlegung der Sportstätten. Zudem würde das Millionenprojekt so viel Geld verschlingen, dass die Kommune danach über lange Zeit für den Sport keine Mittel mehr zur Verfügung stellen könnte.

Und genau darum geht es:

Statt die vorhandenen Sportanlagen von SV 08/29 zu renovieren / sanieren, hat man diese über einen Zeitraum von bald 10 Jahren (unter dem wachen Auge der CDU im Rat der Stadt) verrotten lassen. Und will sie jetzt auf das „Babcock-Gelände“ umsiedeln – und dafür mal eben ein paar zehntausend Quadratmeter Wald roden – damit man dann auf der freigewordenen Altfläche eine Wohnsiedlung gebaut werden kann. Die wir zwar nicht brauchen, manch einer aber haben möchte. Ausführlich hatte ich dazu mal hier einen Text veröffentlicht.

Das die CDU jetzt aber versucht, mit solchen Ein-Satz-Botschaften Stimmung zu machen, zeigt die ganze Verzweiflung. Vermutlich ist man sich über die negative Auswirkung auf die Wähler in Voerde bewußt, die sich sicherlich nicht für so dumm verkaufen lassen, hofft aber auf eine positive Kompensation durch das gemeine Wahlvolk im Rest der Republik, dass sich nach dem Lesen des Satzes bestimmt denkt: Oh man.

Eigentlich ist das alles keinen Kommentar wert, es spricht einfach für sich – angefangen mit dem fehlenden Link zur „zitierten“ Quelle. Uneigentlich finde ich, dass man solche „Highlights“ der Politik-Kommunikation erhalten sollte – und die Kollegen von der CDU bei Zeiten mal dran erinnert.