Monats-Archive: Juni 2012

Ja! zum lokalen Klimaschutz in Voerde sagen auch die Grünen

kohlekraftwerkUnd das nicht erst, seit die Verwaltung der Stadt Voerde sich mit diesem Thema beschäftigt. Die wichtige Aufgabe für den ländlichen Raum ist die Umsetzung von ökonomischen und ökologischen Perspektiven. Die Grünen zählen dazu ebenso den Ausbau regionaler Wirtschaftskreisläufe wie auch die Förderung der ökologischen Landwirtschaft und den Erhalt der Naturpotentiale und Artenvielfalt. Die Umsetzung dieser Perspektiven sollte in ein ganzheitliches Konzept münden.

Damit dies gelingen kann, sollten alle örtlichen Akteure bei der Gestaltung eines Konzeptes beteiligt werden.

Ein Konzept zu erstellen ist das eine, die Umsetzung das andere. Und dazu bedarf es vieler wichtiger Maßnahmen in der Stadtentwicklung. Bei der Erarbeitung der Schwerpunkte für den Klimaschutz sehen die Grünen den Erhalt von Waldflächen und die Waldvermehrung in der waldarmen Kommune als unerlässlich an. Nicht erst der Orkan Kyrill hat deutlich gemacht, dass die Option Wald zugunsten des Klimaschutzes ziehen muss.

Daneben sind ebenso der Einsatz effizienterer Energietechniken sowie der Ausbau erneuerbarer Energien zu sehen. Sie sorgen auch dafür, dass Aufträge und Wertschöpfung in der Region bleiben und Arbeitsplätze im Handwerk, in der Landwirtschaft und bei Dienstleistern geschaffen und gesichert werden. Die Grünen fordern für ein kommunales Klimaschutz-Konzept , dass diese Bausteine Berücksichtigung finden

Grüne Landesdelegiertenkonferenz beschließt Koalitionsvertrag

mst_7163 Im Rahmen des Landesparteitags der Grünen vom 15. bis 16. Juni in Duisburg, haben die Grünen NRW mit überwältigender Mehrheit den Koalitionsvertrag mit der SPD beschlossen.

Zahlreiche Punkte wurden im Vorfeld noch diskutiert, besonders zum Punkt der Einführung einer Quellen-TKÜ gab es erheblichen Gesprächsbedarf. Dennoch war klar, dass der Vertrag beschlossen werden würde.

Vor den Grünen in NRW liegen jetzt 5 aufregenden und spannenden Jahre, in denen wir gemeinsam mit der SPD und einer sicheren Mehrheit die Gestaltungsspielräume nutzen können, in NRW aufzuräumen und unser Land fit für die Zukunft zu machen!

Voerder Wald in…. Wesel?

Unter dem Titel „Platz für Friedrichsfelder Wehr“ berichtet die Rheinische Post heute über die angedachte Neuansiendlung eines Investors in Friedrichsfeld – mit kleinem Benfit für Voerde:

Nach den bisherigen Plänen sollen auf dem Gelände ein Bürogebäude mit einer Betriebsinhaberwohnung im Obergeschoss errichtet werden. Außerdem ist geplant, für den Pflanzenhandel neue Ausstellungs-, Verkaufs- und Lagerhallen zu bauen. Der Imbisssstand soll einen neuen Verkaufspavillon erhalten. Der Stadt Voerde hat der Investor angeboten, als Ersatz für das Feuerwehrgerätehaus an der Böskenstraße auf der südwestlichen Fläche eine neue Unterkunft für den Löschzug Friedrichsfeld zu bauen. Dieses Gebäude kann die Stadt anmieten oder pachten.

Zumindest hofft man wohl auf einen Benefit in Form von Kostenersparnis, weil die Investition in das neue Feuerwehrgebäude nicht unmittelbar durch die Stadt zu tragen ist. Und da ist man natürlich zuvorkommend. Und was stört mehr bei Bauvorhaben, als ein Wald?

Also muss der Wald weg:

Damit das Vorhaben umgesetzt werden kann, ist eine Änderung des Bebauungsplanes für dieses Gebiet notwendig. (…)

Im gültigen Bebauungsplan sind 1600 Quadratmeter des Areals als Wald festgesetzt. Nach Aussage der Verwaltung wachsen auf 1350 Quadratmetern Bäume, die als ein Wald anzusehen sind.

Jetzt muss dummerweise abgeholzter Wald ersetzt werden. Das könnte positiv sein, denn dieser Ersatz an Waldfläche darf nicht 1:1 erfolgen, konkret geht es hier darum, dass 3000 Quadratmeter Wald neu anzupflanzen sind und 1400 Quadratmeter Wald aufgewertet werden sollen. 4400 zu 1600, das klingt erst mal gut.

Der Haken ist jedoch, dass lediglich die Aufwertung der 1400 Quadratmeter in Voerde erfolgt. Der „neue Wald“ soll auf einer Freifläche in Wesel entstehen:

Etwa 3000 Quadratmeter Freifläche sollen zu einem Wald entwickelt werden – dies auf einem Grundstück des Investors in der Nachbarstadt Wesel.

Natürlich kann man jetzt sagen, Wald ist Wald und wo der steht ist egal. Aber Voerde ist ohnehin mit weniger als 9% Fläche eine sogenannte „Waldarme Kommune“ und neben den 90.000 Quadratmetern die unnötigerweise für den „Sportpark Friedrichsfeld“ weichen müssen, gehen hier weitere Flächen unwiderbringlich verloren.

Wie das dann aussieht, kann man sich leicht vorstellen. Und ob es der Lebensqualität zuträglich ist, wenn Voerde immer mehr zugepflastert wird und Erholung suchende zukünftig dann nach Wesel fahren (am Besten mit dem Auto!) müssen?

Aus grüner Sicht ist die aktuelle städte- und bauplanerische Entwicklung in Friedrichsfeld ein Desaster. Und hier besteht dringender Handlungsbedarf!