Monats-Archive: Oktober 2012

Wie fahrradfreundlich ist unsere Stadt?

Seit dem 25. September 2012 sind Deutschlands Radfahrer aufgerufen, die Fahrradfreundlichkeit ihrer Heimatstädte und -gemeinden zu bewerten. Die Online-Befragung ist unter fahrradklima-test.de jetzt bis zum 30. November 2012 verlängert werden. Dazu steht ein Online-Fragebogen mit 27 Fragen in fünf Kategorien bereit. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, einen zusätzlichen Kommentar zur Situation des Radverkehrs vor Ort abzugeben.

Für einzelne gedruckte Fragebögen gilt weiterhin der Einsendeschluss 31.10.2012.

Auch nachträglich eingehende, postalische Sammelzustellungen von gedruckten Fragebögen können noch bearbeitet werden, wenn sie bis zum 15.11.2012 im ADFC-Hauptstadtbüro in Berlin vorliegen.

Der ADFC-Fahrradklima-Test wird vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) im Rahmen der Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) gefördert und von der Fahrrad-Fachhandelsgruppe ZEG unterstützt.

Atomenergie: Asse war bekanntes Risiko

Es wird niemanden überraschen, aber jetzt ist es nicht mehr zu leugnen:

Die Asse war als Lager für Atommüll niemals geeignet und hätte nie beschickt werden dürfen. Die verantwortlichen Politiker wußten es und haben trotzdem weitergemacht. Allen voran die damalige Ziehtochter von Helmut Kohl. Damals Umweltministerin, heute Bundeskanzlerin: Dr. Angela Merkel.

Schon 2009 berichtete das ARD-Magazin Kontraste:

Von Anfang an war das Endlager Asse in Niedersachsen instabil. Grundwasser ist in den Salzstock eingedrungen, höhlt das Bergwerk aus. Der Schacht droht dadurch einzubrechen. Und nicht nur das: Die Lauge zersetzt die Fässer mit dem Atommüll. Dadurch ist das Wasser kontaminiert. Die Öffentlichkeit erfuhr davon nichts.

Durch die Hohlräume entsteht eine Spannung im Wirtsgestein, also im Salz, die verseuchte Lauge kann so nach oben gedrückt werden und ins Grundwasser eindringen. Der GAU eines jeden Endlagers.

Angela Merkel ist seit langem mit dem Thema Endlagerung vertraut. Als ehemalige Bundesumweltministerin war sie sogar mitverantwortlich für den fahrlässigen Umgang mit dem Atommüll.

Und im aktuell vorliegenden Forschungsbericht heißt es dazu:

Das marode Salzbergwerk Asse hätte nie zur Lagerung von Atommüll genutzt werden dürfen. Zu diesem Schluss kommt der niedersächsische Untersuchungsausschuss nach mehr als dreijähriger Arbeit in seinem Abschlussbericht.
Politik, Atomwirtschaft und Wissenschaft hätten kritische Stimmen seit den sechziger Jahren beiseite geschoben, um das Endlagerproblem zu lösen und die Eignung von Salzstöcken nachzuweisen. Das gefährliche Eindringen von Wasser in die Asse sei bekannt gewesen, aber ignoriert worden.

Quelle: Zeit online

Wie wäre es, wenn Dr. Merkel mal persönlich die Verantwortung übernähme?

Atomenergie: Zwischenfall im AKW Brockdorf

Am vergangenen Wochenende kam es im Atomkraftwerk Brockdorf zu einem Zwischenfall, wie immer ohne Gefahr für Mensch und Umwelt.

Es fiel „lediglich“ eine Kühlmittelpumpe aus, weswegen die Leistung von 1400 auf 500 Megawatt gedrosselt werden musste. LN-Online dazu:

Wegen technischer Probleme hat das Kernkraftwerk Brokdorf (Dithmarschen) am Wochenende deutlich weniger Strom als üblich produziert. Aufgrund einer fehlerhaften Abschaltung einer von vier Hauptkühlmittelpumpen sei die Leistung am Sonnabend ungeplant um rund 900 Megawatt abgefallen, teilte das Ministerium für Energiewende am Montag mit.

Nicht überraschend: Es kam natürlich zu keinem Engpass in der Energieversorgung, wie man ja gerne als Argument pro Atomstrom ins Feld führt…

Erneuerbare Energien sind keine Preistreiber

Pünktlich zur jährlichen Verkündigung der neuen Zahlen zur EEG-Umlage am 15. Oktober kritisieren CDU und FDP sowie Energiewirtschaft und Industrie gerne die vermeintlich hohen Strompreise durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Mareike van Laak und Holger Mrosek, Kreis-Vorstandssprecher der Grünen im Kreis erklären hierzu:
„Nicht die Erneuerbaren Energien sind die Preistreiber. Es sind vor allem die durch die schwarz-gelbe Bundesregierung erweiterten Ausnahmeregelungen für die Industrie, wodurch die EEG-Umlage für das kommende Jahr auf 5,3 Cent/kWh ansteigt. Von den 1.7 Cent/kWH, die die Verbraucher mehr bezahlen müssen, gehen nur 0,5 – 0,6 ct auf den Ausbau der erneuerbaren Energien.


Die Leidtragenden sind die Privathaushalte und kleineren und mittleren Unternehmen in unserer Region. Wenn immer weniger die Umlage zahlen, wird es für die, die zahlen, immer teurer, denn sie müssen ja auch den Anteil der Nicht-Zahler zusätzlich übernehmen.
Gerechtfertigt sind die Ausnahmen allenfalls für Industriebetriebe, die energieintensiv sind und im internationalen Wettbewerb stehen. Doch die Bundesregierung hat dem Lobbydruck immer weiter nachgegeben und immer mehr Industriebereiche von den Zahlungen ausgenommen. So müssen z. B. der Braunkohlebergbau, große Rechenzentren oder Molkereien fast keine EEG-Umlage zahlen, obwohl sie gar keine Konkurrenz mit geringen Strompreisen im Ausland zu fürchten haben.
Die Ausnahmen müssen auf die Industriebereiche reduziert werden, die sie wirklich brauchen – zum Beispiel sei hier Voerdal in Voerde genannt, zumal die Börsenpreise für Strom gerade wegen der Erneuerbaren Energien sinken. Deshalb ist es unredlich, die Erneuerbaren Energien für den Anstieg der Strompreise verantwortlich zu machen.“
Mrosek verweist außerdem darauf, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht nur ein Beitrag für den Klimaschutz und für eine saubere Energieversorgung ist, sondernmittlerweile hunderttausenden Menschen Arbeit gibt und Handwerksbetriebe vor Ort stärkt. Allein 2011 haben die Erneuerbaren Energien mit 9 Mrd. Euro zur Wertschöpfung vor Ort beigetragen.
Neben den ausufernden Ausnahmegelungen für die Industrie sehen die Grünen vor allem die Milliardengewinne von RWE, E.ON & Co. als Hauptursache für die hohen Strompreise für Privatverbraucher.
Mareike van Laak dazu: „Trotz des Anstiegs der EEG-Umlage im Vergleich zum Vorjahr macht sie auch jetzt nur ein Fünftel des Gesamtstrompreises aus. Dennoch erhöhen RWE, E.ON & Co. weiterhin die Strompreise kräftig. Allein in den letzten Jahren über 10 Cent, obwohl die Umlage bisher maximal 3,59 Cent betrug. Hier muss Schwarz-Gelb endlich handeln. Doch passiert ist bisher nichts.“
Deshalb raten die Grünen zu einem der bekannten Ökostromanbieter zu wechseln, deren Tarife oft sogar günstiger sind als der Atom- und Kohlestrom der Energiekonzerne.

Atomenergie: Die Sicherheit ist (nicht) gewährleistet

Man könnte annehmen, dass die Ereignisse von Fukushima zu einem Umdenken in der Frage geführt haben, wie sicher Atomkraftwerke sind.

Und tatsächlich: die Betreiber werden nicht müde zu betonen, dass eine solche Katastrophe wie in Fukushima in Deutschland und Europa nicht droht.

Tatsächlich?

Ein Stresstest der EU für alle europäischen Atomkaftwerke kommt zu einem anderen Ergebnis:

Nach der Katastrophe von Fukushima wollte der EU-Ministerrat wissen, wie gut die europäischen AKWs «extreme Einwirkungen von aussen» ­ aushalten. Keiner der 132 aktiven Reaktoren erfüllt alle Sicherheitskriterien.

(Hervorhebung vom Autor)

Es lohnt sich, den gesamten Artikel einmal zu lesen. Und sich zu wundern, warum es in der deutschen Presselandschaft dazu so still ist:

„Beim Stresstest durchgefallen“