Monats-Archive: Oktober 2013

Atomstrom um jeden Preis

Großbritannien will weiter auf Atomstrom setzen. Das Problem:

Rein wirtschaftlich lohnt sich der Bau von neuen AKW eigentlich nicht mehr. Vor allem hinsichtlich der enormen Errichtungskosten und notwendigen Rücklagen für den Rückbau etc. In der Folge fand sich auch zudem kein Unternehmen, dass bereit war hier tätig zu werden.

Um dennoch am Atomstrom festhalten zu können, hat Regierung in GB zu einem interessanten Mittel gegriffen: Man gewährt dem Betreiber eine fixe Einspeisevergütung von ca. 11 Cent pro Kilowattstunde – Marktüblich sind derzeit ca. 4 Cent. Und das Versprechen gilt auch nicht nur für heute und morgen, sondern für 35 Jahre!

Damit legt sich Großbritannien auf lange Sicht auf Atomstrom fest und wird sich das Geld für die Subventionen natürlich auch vom Bürger zurückholen. Wie man das angesichts der wirtschaftlichen Verhältnisse vieler Menschen rechtfertigt ist ebenso offen wie die Frage, wieso man angesichts immer neuer Horrormeldungen aus Fukushima noch immer so am Atomstrom hängen kann.

Telepolis hat noch ein paar Details: „Blankoscheck ist ausgestellt“

Wer braucht schon Wald…

Wenn man heute morgen die Rheinische Post liest, kann es einem schon den Atem verschlagen. Unter der Überschrift
CDU: Zu viel Wald ist schlecht für Bauern
kann man lesen:

„Voerde war nie waldreich“, brachte es Ingo Hülser (CDU) im Rat auf den Punkt. „Deshalb ist es auch nicht Aufgabe der Kommune, Wald zu vermehren.“ FDP-Fraktionsvorsitzender Bernhard Benninghoff sah das genau so. „Wir haben hier fruchtbare Böden. Die sind viel zu schade, um daraus Wald zu machen.“

131017_RP_CDU Zu viel Wald ist schlecht für Bauern

Das verschlägt einem schon die Sprache und man muss unwillkürlich die Frage stellen, ob das ein Scherz sein soll. Denn gerade in Voerde, wo nicht einmal 10% der Fläche Wald darstellt, ist die Aufforstung und Mehrung des Waldes ein wichtiges Ziel. Und natürlich geht es dabei in erster Linie um die  wesentlichen Funktionen von Wald:

  • Produktion von Sauerstoff, Aufnahme von Regen
  • Naherholungsgebiet
  • CO2-Bindung

Wir können doch angesichts der schon heute sehr deutlichen Folgen des Klimawandels nicht einfach so tun, als sei Wald verzichtbar. Insbesondere im Bezug auf die stärkeren und häufigeren Niederschläge kommt ihm eine elementare Bedeutung zu.

Irgendwie erinnert mich die Argumentation der CDU und FDP in Voerde an ein Bild, dass ich mal im Internet gesehen habe:

Foto

Voerde im WDR

Heute Abend, 19:30 Uhr im WDR Fernseh:

Streit um Asylbewerberheim in Voerde:

Anwohner wehren sich gegen Pläne der Stadt.

Darin u. a. ein Beitrag mit dem Fraktionssprecher der Grünen in Voerde zur Situation… wer es nicht schafft, kann sicherlich später den Beitrag in der Mediathek anschauen.