Monats-Archive: Juni 2014

Der Verkehr in Deutschland

Obwohl die Bevölkerung in Deutschland bis 2030 um vermutlich ungefähr 2 Millionen Menschen abnimmt, wird der Verkehr weiter zunehmen.

Die NRZ berichtet heute (leider nur hinter Paywall), dass allein der Autoverkehr bis 2030 um ca 10% wachsen wird – vor allem weil auch immer ältere Menschen sich damit die Mobilität sichern. Damit einher gehen neue Anforderungen an die Verkehrsplaner in Deutschland.

Deren Aufgabe wäre es eigentlich, intelligente Lösungen zu erarbeiten. Denn unsere Verkehrswege skalieren nicht mit, wenn weiter mehr motorisierter Individualverkehr auf unseren Straßen unterwegs ist. Also müssen vernetzte Lösungen her, die es erlauben Mobilität als Kombination verschiedener Fahrzeuge (Auto, Bahn, Fahrrad…) zu erleben. Dazu gehört sicher auch, dass man ein Auge auf einen Trend wirft der mit „Low Car Lifestyle“ bezeichnet wird: Hierbei wird das Auto nur noch zum Transport schwerer Gegenstände oder zur Überbrückung weiter Strecken genutzt. Für das Pendeln zur Arbeit nutzt man den Zug, für den Einkauf das Fahrrad.

Verkehr ist dabei kein reines Problem des Bundes. Denn auch die Länder und vor allem die Kommunen müssen sich überlegen, wie sie mit den Anforderungen der Zukunft umgehen.

Für Voerde ist in dem Zusammenhang interessant, dass auch im Bahnverkehr massive Veränderungen zu erwarten sind. Im gleichen Zeitraum wird nach Prognosen des Bundesverkehrsministers nämlich auch der Personenbahnverkehr um immerhin 19% zunehmen. Und der Güterverkehr auf der Schiene um ganze 43 Prozent – mit Fokus auf den Transitverkehr, der sich fast verdoppeln wird.

Transitverkehr ist dabei der Güterverkehr durch Deutschland. Wer jetzt an BETUWE denkt, denkt richtig. Allerdings sind Pendler aus und nach Voerde ja jetzt schon mit vollen Zügen und durch Güterzüge verstopfte Strecken in Mitleidenschaft gezogen. Selbst wenn jetzt das Heil bringende dritte Gleis kommt, ist offensichtlich das die damit gewonnen Kapazitäten nicht ausreichen werden, in Zukunft mit den Anforderungen mitzuhalten. Ein Ausweichen auf die Straße ist nicht möglich, denn auch der LKW-Verkehr wird sich um fast 40% erhöhen.

Eine Musterlösung gibt es nicht für die Probleme, die sich abzeichnen. Das macht deutlich, wie stark das Thema Verkehr in den nächsten 15 Jahren auf die Politik durchschlagen wird. Und das auch in Voerde.

Hier sollte unser Auge also darauf liegen, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln das Beste aus der Situaiton zu machen. Das bedeutet auf der einen Seite, dass wir Voerde dahingehend attraktivieren müssen, das die Einwohnerinnen und Einwohner gerne mal ihr Auto stehen lassen – die Umwelt wird es danken, große und nicht zentral gelegene Einkaufsstätten widersprechen dem allerdings.

Und die Politik muss gemeinsam mit den anderen Städten entlang der BETUWE ihr ganze Gewicht in die Waagschale werden, um der Bahn klar zu machen, dass primär der Mensch im Vordergrund zu stehen hat, wenn es  um die Kapazitätsplanung der Strecke geht. Und das es weiterhin Verbesserungen braucht, wie z. B. die Fortsetzung der S-Bahnlinie Oberhausen-Essen bis nach Wesel, um ein umsteigefreies Pendeln auch in die Ruhrstadt zu ermöglichen.

Europaabgeordnete aus den Niederlanden und Deutschland: Nein zu Fracking in der Grenzregion

Der niederländische Wirtschaftsminister Kamp hat seine Vorstellungen
veröffentlicht, dass in den Niederlanden Schiefergas durch Fracking
gewonnen werden könnte. Er hat dabei mehrere Regionen im ganzen Land
genannt, in denen er Probebohrungen durchführen lassen möchte, darunter
auch die Grenzregionen zu Belgien und Deutschland. Obwohl sich die
niederländische Regierung offiziell bisher weder für noch gegen
Fracking ausgesprochen hat, scheint es, als würde Minister Kamp immer
noch an diese verantwortungslose Art der Energiegewinnung glauben. Die
niederländischen Grünen (Groenlinks) haben den Protest gegen die
Frackingtechnologie angeführt, und bereits über 150 niederländische
Kommunen und 8 Provinzen haben erklärt, dass sie kein Fracking in
ihrerm Gebiet wollen.

Bas Eickhout, niederländischer Europaabgeordneter (Groenlinks) erklärt
dazu: „Es ist eine Schande, dass die Niederlande sich immer noch auf
Fracking konzentrieren. Wir sind am unteren Ende in allen Ranglisten
über Erneuerbare Energien, und jetzt zeigen die Niederlande erneut ihr
fossiles Gesicht beim Fracking. Kamp behauptet, das alles würde für den
niederländischen Energiemix gebraucht, aber was wir stattdessen
tatsächlich brauchen ist eine Europäische Energieunion. Wenn Europa
endlich ein Europäisches Energienetz bauen würde, an das alle
Erneuerbaren Energieträger angeschlossen wären, bräuchte niemand mehr
die Menschen vor Ort mit der gefährlichen Frackingtechnologie zu
bedrohen.“

Sven Giegold, Grüner Europaabgeordneter aus NRW, ergänzt:
„Trinkwasserverschmutzung und die anderen gefährlichen
Umweltkonsequenzen des Frackings machen nicht an Grenzen halt. Während
in NRW der grüne Umweltminister Johannes Remmel deswegen alle weiteren
Probebohrungen für Fracking in seinem Bundesland untersagt hat, sind
die Menschen in der Grenzregion jetzt wegen der niederländischen
Entwicklung in großer Sorge. Wir Grünen auf beiden Seite der Grenze
stehen dabei gemeinsam an der Seite der örtlichen Bürgerinitiativen und
unterstützen ihren Kampf gegen diesen gefährlichen Irrweg.“