Sportpark F’feld

In den letzten Tagen konnte man verschiedentlich in der Presse lesen, dass die Bezirksregierung Düsseldorf der Stadt Voerde die Änderung des Flächennutzungsplanes zu untersagen gedenkt. Diese ist notwendige Voraussetzung dafür, dass die Stadt die Sportanlagen wie geplant im Babcockwald errichten kann:

Hintergrund der neuen Entwicklung ist ein vor wenigen Tagen im Rathaus eingegangenes Schreiben der Bezirksregierung. Die Aufsichtsbehörde teilt der Stadt darin mit, dass sie beabsichtige, die für eine Projektrealisierung notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes zu versagen, wie die Verwaltung in ihrer Mitteilung verlautet. Die Bezirksregierung meldet unter anderem Bedenken aufgrund der Inanspruchnahme von Wald, der von der Stadt vorgeschlagenen Ersatzflächen und im Hinblick auf den Artenschutz an – allesamt Aspekte, die nicht nur die Gegner des Projektes, sondern auch andere übergeordnete Stellen – darunter der Kreis Wesel zuletzt in einer Stellungnahme Ende April – artikuliert hatten.

Die Fraktion der Grünen in Voerde stemmt sich seit langem gegen die Verlagerung der Sportanlagen in den Babockwald – und das eben aus den Gründen die auch der Kreis Wesel im April und jetzt die Bezirksregierung ins Gespräch bringt.

Leider ist uns das Schreiben selbst noch nicht zugegangen: Die Verwaltung möchte den Fraktionen lediglich eine „kommentierte Fassung“ zur Verfügung stellen. Offensichtlich möchte man zumindest versuchen zu beeinflußen, wie die politischen Entscheidungsträger das Schreiben aus Düsseldorf zu verstehen haben.

Hier soll jetzt auch kein „wir haben es gesagt“ eine Rolle spielen. Vielmehr erwarten die Grünen im Voerder Stadtrat jetzt, dass sich CDU und SPD auf die Hinterbeine setzen und ganz schnell gemeinsam mit den Standortkritikern an einer Alternative arbeiten. Derzeit rechnet die Verwaltung mit mindestens einem Jahr Verzögerung in der Planung und Realisierung der neuen Sportanlage. Eine Verzögerung die zu 100% zu Lasten des Vereins geht. Eine Verzögerung die man hätte vermeiden können, wenn man nicht um jeden Preis am Babcockwald als Standort festgehalten hätte, sondern die Kritiker ernst genommen und gemeinsam eine Lösung gesucht und gefunden hätte.

Das die Verwaltung derzeit keinen Plan B in der Hinterhand hat, ist die logische Konsequenz. Denn trotz des schon alarmierend deutlichen Schreibens des Kreises aus April hat man weiterhin an den Plänen fest gehalten. Wer aber jetzt sagt, er sei von der ablehnenden Haltung aus Düsseldorf überrascht, hat möglicherweise einfach gepennt. Und wer jetzt sagt, dass sei eine unangemessene Einmischung in die kommunale Selbstverwaltung, der verkennt das es Aufgabe der Landesoberbehörden ist, sich genau dann einzumischen, wenn die kommunale Selbstverwaltung dabei ist, einen falschen Weg zu beschreiten.

Sobald uns das Schreiben der Bezirksregierung vorliegt, werden wir es im Detail analysieren und dann hier und in der Presse ausführlich Stellung nehmen. Bis dahin erneuern wir unser Angebot an die CDU und SPD, gemeinsam mit ihnen schnell an einem alternativen Plan B zu arbeiten. So, wie wir das in der Vergangenheit schon angeboten haben.

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