Monats-Archive: März 2017

Erfolgreiche (Rats-)Tage sind erfolgreiche Tage :-)

Am 21.03.2017 wurde  im Rat der Stadt unter anderem über 4 Antäge der Grünen diskutiert. Und was soll ich sagen? Es lief besser, als man erwarten konnte und das hat uns große Freude bereitet. Aber der Reihe nach:

In der Drucksache 540 ging es uns um die Sicherheit in Voerde. Die Polizei in Wesel veröffentlicht jährlich eine Auswertung der Kriminalität und das ist schon prima. Neben Kriminalität gibt es aber auch noch die Bereiche Verkehr und Gefahrenabwehr/Sicherheit. Wir haben beantragt, dass dem Arbeitskreis Sicherheit und Ordnung hier einige wesentliche Kennzahlen durch die Polizei zur Verfügung gestellt werden. Dieser Antrag wurde einstimmig vom Rat angenommen.

In der Drucksache 573 ging es um einen möglichen Radschnellweg Nord-Süd: Duisburg überlegt, ob man den von Osten nach Westen verlaufenden Radschnellweg RS1 nicht um eine Trasse nach Norden Richtung Walsum / Dinslaken ergänzen soll. Das haben wir aufgegriffen und den Bürgermeister gebeten erst mit Duisburg zu sprechen wie realistisch das ist und dann mit Wesel und Dinslaken, ob man die Trasse dann nicht geschickter Weise direkt bis Wesel verlängert. Dieser Antrag soll im Planungs- und Umweltausschuss beraten wetrden und wurde einstimmig vom Rat Angenommen.

In der Drucksache 577 ging es um die Verkehrsinfrastruktur in Voerde allgemein und wir hatten insgesamt 3 Teilvorschläge unterbreitet:

  1. Im Rahmen der 3-Flüsse-Route als LEADER-Projekt hatten wir angeregt, die Stadtmitte und den Bahnhof an den Rhein anzubinden. So das Radfahrer auf einen Kaffee, ein Eis oder um den Zug zu nehmen einfach vom Rhein nach Voerde finden. Zuständig ist in Voerde der Planungs- und Umweltausschuss und der Verweis dorthin erfolgte einstimmig.
  2. Beim neuen Kreisverkehr Steinstraße/Dinslakener Straße haben wir angeregt, nicht den Radweg auf das Niveau der Straße zu senken, sondern die Straße im Einmündungsbereich auf das Niveau des Radweges anzuheben. Hier ist der Kreis als „Baulastträger“ zuständig und unser Antrag wurde einstimmig angenommen.
  3. Wir wollten erreichen, dass Nachts das Tempo auf der neuen Dinslakener Straße auf Tempo 30 gedrosselt wird. Dazu berufen wir uns einfach mal auf das Bundesumweltamt, dass sagt: „Denn langsamer ist leiser,  langsamer (und gleichmäßiger) verringert die Schadstoffemissionen und langsam ist außerdme sicherer!“ Über diesen Punkt wurde dann doch kontrovers diskutiert, vor allem weil die FDP auf ihrer Homepage und auf Facebook versuchte, genau gegen diesen Vorschlag Stimmung zu machen. „Schützenhilfe“ bekamen wir von Christian Garden, WGV, der darum bat solche Internetgeschichten nicht zur Grundlage der Politik zu machen. Die Abstimmung brachte letztlich 19 Gegenstimmen (u. a. CDU und FDP), wurde damit aber mehrheitlich für unseren Vorschlag entschieden, der nun ebenfalls an den Kreis geht.

In der Drucksache 583 ging es um den Vorschlag eines Bürgers, ob man nicht in Voerde auch Wertstoffboxen für Elektroschrott aufstellen kann. Dieser Antrag geht jetzt an den Bau- und Betriebsausschuss und wurde ebenfalls einstimmig vom Rat angenommen.

Das ist in der Summe nicht nur für uns Grüne ein tolles Ergebnis. Es zeigt auch das was Ingo Hülser von der CDU in seiner Haushaltsrede betont hat: Trotz aller Scharmützel die man sich manchmal liefert, ist die Voerder Politik meist sehr zielorientiert. Und wir Grüne bedanken uns ausdrücklich dafür, dass unseren Anträgen auch vom „politischen Gegner“ so viel Unterstützung entgegen gebracht wurde. 🙂

 

Die Frage nach der Sicherheit – Version 2016/2017

Im letzten Jahr hatten wir hier einige ausgewählte Kriminalitätsbereiche beschrieben. Grundlge war der Bericht der Kreispolizeibehörde Wesel für den rechtsrhenischen Bereich. Und heute haben wir die Fassung für das abgelaufene Jahr 2016 erhalten. Zeit einen Blick zu werfen.

Das Fazit nehme ich vorweg: Voerde ist eine sichere und lebenswerte Stadt. Und so schlimm jede Straftat für den Betroffenen ist: Auf die Gesamtbevölkerung gesehen, lebt es sich in Voerde sehr entspannt. Lasst Euch, auch gerade von den Demagogen auf Facebook, nichts anderes einreden.

Zunächst vergleichen wir mal 2015/2016 mit 2016/2017

 

  • Kriminalität:

Referenz ist 2012 gewesen. Dort gab es 2,318 Fälle. In 2015 war diese Zahl auf 1,792 gesunken, für 2016 beträgt diese Zahl jetzt 1858 – es gab also 66 Fälle mehr als im Vorjahr, immer noch 460 weniger als im Refernzjahr. Eine Zunahme von 66 Fällen ist statistisch wenig relevant bei einer Bevölkerung von knapp 36.000. Allerdings sind es im schlimmsten Fall 66+x betroffene Menschen, die das persönlich anders bewerten. Etwas traurig ist in diesem Zusammenhang, dass die Aufklärungsquote minimal von 53,4 auf 53,1% gefallen ist.

  • Gewaltkriminalität:

Im Bereich der Gewaltkriminalität hatten wir 2012 71 Fälle zu verzeichnen, in 2015 nur noch 37. Dieser Wert ist deutlich(!) gestiegen und zwar auf 62. Auffällig ist jedoch, dass nur der Wert von 2015 sehr niedrig ist: 2012 71 Fälle, 2013 54 Fälle, 2014 61 Fälle, 2015 37 Fälle und 2016 wieder 62 Fälle.

Leider ist aber die Aufklärunsquote von 83,8 auf 75,8% gefallen. Eine Aufklärungsquote von >75% bedeutet übrigens, dass 3/4 aller Straftaten aufgeklärt wurden. Also schon nicht schlecht aber halt schlechter als im Vorjahr.

 

  • Körperverletzung:

Ebenfalls gesteigen sind die Fälle von Körperverletzungen im Vergleich zum Vorjahr: 2012 hatten wir 54, davon waren 2015 nur 26 übrig. Im Jahr 2016 waren es aber 49 und damit genau so viele wie in 2014. Was hier stutzig macht ist, dass 2015 ein Ausreißer war, wenn man mal 5 Jahre Referenz nimmt: 2011 45 Fälle, 2012 54 Fälle, 2013 43 Fälle, 2014 49 Fälle und 2015 dann „nur“ 26″, wobei in 2016 wieder die 49 steht. Hier wäre mal interessant zu wissen, warum die Zahl so eingebrochen ist. Betrachtet man aber den Verlauf über die Jahre kann man sagen: Trotz der erheblichen Steigerung zum Vorjahr hat sich das Risiko, Opfer einer gefährlichen oder schweren Körperverletzung zu werden, über die letzten Jahre nicht erhöht.

  • Raub:

Die Fälle von Raub sind ebenfalls konstant geblieben: 25 in 2012, 10 in 2015 und 10 in 2016.

  • Wohnungseinbrüche:

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche lag in 2015 bei 99 und in 2016 bei 100. Das dürfte man wohl als „stabil“ beschreiben: Auch wenn 100 Einbrüche eine Menge scheinen, zeigt sich hier das der mediale Eindruck von „Einbruchsbanden, die marodierend durch die Stadt ziehen“ nicht richtig ist.

Fazit:

Man muss kein Kriminalist sein um zu sehen, dass die Zahlen an sich gute Zahlen sind: Auch wenn die absolute Zahl der Kriminalitätsfälle leicht gestiegen ist, ist die Lage in Voerde nach wie vor positiv zu bewerten. Die Polizei wird selbst auf die Idee kommen zu fragen, woher der Anstieg kommt und wie man die Aufklärungsquote wieder erhöhen kann. Natürlich springen einen Zahlen wie der Anstieg der Gewaltkriminalität ins Auge. Die absoluten Zahlen sind aber so gering, dass es schwer ist hier eine statistische Auffälligkeit zu sehen.

Statistisch auffällig sind aber auf jeden Fall die Ausreißer in 2015 im Bereich Gewaltkriminalität und Körperverletzungen. Hier müsste man vielleicht mal im Arbeitskreis Sicherheit, wo die Polizei auch zugegen ist, nachfragen was es damit auf sich hat. Rechnet man die Ausreißer raus, ist die Lage ziemlich stabil.

Vielleicht hilft hier auch noch mal ein Blick in die Nachbarstadt, nachfolgend immer der Vergleich Voerde -> Dinslaken für 2015 und 2016:

Kriminalität: 1792/1858 -> 4589/5098
Gewaltkriminalität: 37/62 -> 130/171
Körperverletzungen: 26/49 -> 99/121
Raub: 10/10 -> 28/48

Dinslaken hat dabei ungefähr die doppelte Einwohnerzahl. Daran kann man sehr schön erkennen, dass die Kriminalität nicht proportional verteilt ist, sondern in Voerde überproportional gering. Lasst Euch also nicht einreden, in Voerde wäre es unsicher und es würde immer schlimmer: Wenn man die emotionale Komponente raus nimmt, ist die Kriminalitätslage in Voerde, verglichen mit anderen Städten, offensichtlich angenehm niedrig.

Elektro-Wertstoffboxen: Gute Ideen wollen kopiert werden

In Voerde können kleinere Elektrogeräte bei Schömakers in Hünxe im Gewerbegebiet oder bei der städtischen Sammelstelle an der Bühlstraße abgegeben werden. Auch wenn die Abgabe grundsätzlich kostenlos ist: Gut gelöst ist anders.

Denn zum einen kollidieren die Arbeitszeiten der Mitarbeiter dort natürlich auch mit den Arbeitszeiten der Anliefernden. So das für viele nur der Samstag bliebe. Und mal ehrlich: Für einen kaputten Toaster mit dem Auto nach Hünxe? Das scheint auch irgendwie unsinnig.

(Gut, man könnte auch mit dem Rad, aber lassen wir das… 😉 )

Eine Lösung, die so simpel ist, dass man sich fragen muss, warum es das ausgerechnet in Voerde nicht gibt, zeigt uns Gütersloh: Dort hat man „Wertstoffboxen“ aufgestellt, in denen Kleingeräte entsorgt werden können, damit diese einem vernünftigen Recycling zugeführt werden. Und was spricht dagegen, in jedem Ortsteil von Voerde eine solche Box aufzustellen?

Grundsätzlich passiert nach der Anschaffung ja nicht viel. Steht die da, frisst sie erst mal kein Brot. Und die Intervalle der Leerung kann man ja an die Erfordernisse und die Ausnutzung anpassen.

Wir haben daher den Bürgermeister beauftragt zu prüfen, ob

  • eine solche Lösung im Rahmen bestehender Verträge schon jetzt umsetzbar wäre und
  • das wir gerne bei zukünftigen Ausschreibungen für Entsorgungsunternehmen diese Boxen im Leistungsstandarf haben wollen.

Mal sehen, wie sich die Politik in Voerde dazu positioniert und ob wir den Antrag im Rat durchbekommen. Das würde sicherlich einigen Geräten ein schamvolles Ende in der Restmülltonne ersparen 🙂