Die Frage nach der Sicherheit – Version 2016/2017

Im letzten Jahr hatten wir hier einige ausgewählte Kriminalitätsbereiche beschrieben. Grundlge war der Bericht der Kreispolizeibehörde Wesel für den rechtsrhenischen Bereich. Und heute haben wir die Fassung für das abgelaufene Jahr 2016 erhalten. Zeit einen Blick zu werfen.

Das Fazit nehme ich vorweg: Voerde ist eine sichere und lebenswerte Stadt. Und so schlimm jede Straftat für den Betroffenen ist: Auf die Gesamtbevölkerung gesehen, lebt es sich in Voerde sehr entspannt. Lasst Euch, auch gerade von den Demagogen auf Facebook, nichts anderes einreden.

Zunächst vergleichen wir mal 2015/2016 mit 2016/2017

 

  • Kriminalität:

Referenz ist 2012 gewesen. Dort gab es 2,318 Fälle. In 2015 war diese Zahl auf 1,792 gesunken, für 2016 beträgt diese Zahl jetzt 1858 – es gab also 66 Fälle mehr als im Vorjahr, immer noch 460 weniger als im Refernzjahr. Eine Zunahme von 66 Fällen ist statistisch wenig relevant bei einer Bevölkerung von knapp 36.000. Allerdings sind es im schlimmsten Fall 66+x betroffene Menschen, die das persönlich anders bewerten. Etwas traurig ist in diesem Zusammenhang, dass die Aufklärungsquote minimal von 53,4 auf 53,1% gefallen ist.

  • Gewaltkriminalität:

Im Bereich der Gewaltkriminalität hatten wir 2012 71 Fälle zu verzeichnen, in 2015 nur noch 37. Dieser Wert ist deutlich(!) gestiegen und zwar auf 62. Auffällig ist jedoch, dass nur der Wert von 2015 sehr niedrig ist: 2012 71 Fälle, 2013 54 Fälle, 2014 61 Fälle, 2015 37 Fälle und 2016 wieder 62 Fälle.

Leider ist aber die Aufklärunsquote von 83,8 auf 75,8% gefallen. Eine Aufklärungsquote von >75% bedeutet übrigens, dass 3/4 aller Straftaten aufgeklärt wurden. Also schon nicht schlecht aber halt schlechter als im Vorjahr.

 

  • Körperverletzung:

Ebenfalls gesteigen sind die Fälle von Körperverletzungen im Vergleich zum Vorjahr: 2012 hatten wir 54, davon waren 2015 nur 26 übrig. Im Jahr 2016 waren es aber 49 und damit genau so viele wie in 2014. Was hier stutzig macht ist, dass 2015 ein Ausreißer war, wenn man mal 5 Jahre Referenz nimmt: 2011 45 Fälle, 2012 54 Fälle, 2013 43 Fälle, 2014 49 Fälle und 2015 dann „nur“ 26″, wobei in 2016 wieder die 49 steht. Hier wäre mal interessant zu wissen, warum die Zahl so eingebrochen ist. Betrachtet man aber den Verlauf über die Jahre kann man sagen: Trotz der erheblichen Steigerung zum Vorjahr hat sich das Risiko, Opfer einer gefährlichen oder schweren Körperverletzung zu werden, über die letzten Jahre nicht erhöht.

  • Raub:

Die Fälle von Raub sind ebenfalls konstant geblieben: 25 in 2012, 10 in 2015 und 10 in 2016.

  • Wohnungseinbrüche:

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche lag in 2015 bei 99 und in 2016 bei 100. Das dürfte man wohl als „stabil“ beschreiben: Auch wenn 100 Einbrüche eine Menge scheinen, zeigt sich hier das der mediale Eindruck von „Einbruchsbanden, die marodierend durch die Stadt ziehen“ nicht richtig ist.

Fazit:

Man muss kein Kriminalist sein um zu sehen, dass die Zahlen an sich gute Zahlen sind: Auch wenn die absolute Zahl der Kriminalitätsfälle leicht gestiegen ist, ist die Lage in Voerde nach wie vor positiv zu bewerten. Die Polizei wird selbst auf die Idee kommen zu fragen, woher der Anstieg kommt und wie man die Aufklärungsquote wieder erhöhen kann. Natürlich springen einen Zahlen wie der Anstieg der Gewaltkriminalität ins Auge. Die absoluten Zahlen sind aber so gering, dass es schwer ist hier eine statistische Auffälligkeit zu sehen.

Statistisch auffällig sind aber auf jeden Fall die Ausreißer in 2015 im Bereich Gewaltkriminalität und Körperverletzungen. Hier müsste man vielleicht mal im Arbeitskreis Sicherheit, wo die Polizei auch zugegen ist, nachfragen was es damit auf sich hat. Rechnet man die Ausreißer raus, ist die Lage ziemlich stabil.

Vielleicht hilft hier auch noch mal ein Blick in die Nachbarstadt, nachfolgend immer der Vergleich Voerde -> Dinslaken für 2015 und 2016:

Kriminalität: 1792/1858 -> 4589/5098
Gewaltkriminalität: 37/62 -> 130/171
Körperverletzungen: 26/49 -> 99/121
Raub: 10/10 -> 28/48

Dinslaken hat dabei ungefähr die doppelte Einwohnerzahl. Daran kann man sehr schön erkennen, dass die Kriminalität nicht proportional verteilt ist, sondern in Voerde überproportional gering. Lasst Euch also nicht einreden, in Voerde wäre es unsicher und es würde immer schlimmer: Wenn man die emotionale Komponente raus nimmt, ist die Kriminalitätslage in Voerde, verglichen mit anderen Städten, offensichtlich angenehm niedrig.

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