Monats-Archive: September 2017

Liebes Tagebuch, es ist vorbei :-)

So…. das war es dann wohl 🙂

Am Freitag Abend war ich noch mal in der Diskutier Bar und habe dort 30 Minuten lang den bohrenden Fragen des Moderators (*hust*) Stand gehalten. Woe man mir vermutlich ansieht, hat mich das an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht 😉

Zwischendurch kam noch der Kreisvorstand vorbei und brachte die „Danke fürs Klimaschützen“-Anhänger vorbei. Logisch, dass aus dem 30-Minuten-Interview ein 4-Stunden-Aufenthalt in der Diskutier Bar wurde.

Heute morgen dann der letzte Marktstand in Voerde, natürlich mit den Besten der mir bekannten Grünen 😉 Los ging es schon um 8 Uhr:

Und von da dann direkt durch nach Wesel, Endspurt in der Weseler Einkaufsstraße:

An beiden Ständen war gut was los und überraschend viele Leute haben die Gelegenheit nutzen wollen, auch mal länger zu diskutieren. Dabei waren die Kernthemen nicht die, die man nach den Wahlarenen annehmen konnte. Statt dessen wurde viel über Trump und Kim Jong Un gesprochen. Über bäuerliche Landwirtschaft am Niederrhein und über Fragen zum Thema Mobilität und Verkehr. Auch die Rente spielte eine wichtige Rolle.

Als ich dann um 15 Uhr wieder zu Hause war, bin ich erst Mal tot ins Bett gefallen und habe eine Stunde genickert.

Der aktive Teil des Wahlkampfes ist damit vorbei und irgendwie ist das schade. Zwar war das vor allem in den letzten Tagen und Wochen teilweise echt stressig – aber es brachte auch extrem viel gutes Feedback. Ich konnte viel lernen, konnte viel mit Menschen reden und hatte mit meinen Mitstreiter/-innen eine echt gute Zeit.

Und jetzt heisst es gespannt sein: Was wird morgen die Wahl bringen? Wie schneiden wir ab? Wer zieht alles in den neuen Bundestag ein?

Und weiter geht es…

Wieder sind ein paar Tage rum und wieder waren viele spannende Termine dabei.

Angefangen mit dem DGB.

Der hatte zu einer Diskussion – vor allem zum Thema Rente – in Wesel eingeladen und das als „Speed-Dating“ veranstaltet. Also die Gruppe auf Tische verteilt und wir Kandidaten haben nacheinander die Tische besucht.

Ich habe direkt am Anfang gestanden, dass ich weder für Arbeitsmarkt, noch Rente ein Experte bin und mein solides Halbwissen durchaus auch mit „Die Anstalt“ im ZDF aufbaue. Das brachte mir zumindest ein paar Lacher ein.

Die folgenden Diskussionen in den Gruppen waren aber super, weil es den Teilnehmern nicht darum ging mir zu zeigen wie wenig Ahnung ich habe – sondern vor allem darum über echte Probleme zu sprechen. Insgesamt war das eine super Veranstaltung, auch weil der Kollege von Rechts (mal wieder) nicht dabei war.

 

Kurz darauf war ich zu Gast bei der Gesamtschule Hünxe.

Dort hatte man sich ein ähnliches Format ausgedacht und nach einer gemeinsamen Vorstellung ging es in die Gruppen. Die Schüler/-innen haben sich echt Mühe gegeben, die Veranstaltung zu organisieren und ich fand vor allem die Kleinigkeiten toll:

Auch hier wieder: Kurze Vorstellung aller Kandidaten und dann ab in die Gruppen. Die haben es mir echt nicht leicht gemacht, weil jede Gruppe eine große Menge an Fragen hatte und man für jede Antwort nur 3 Minuten Zeit. Das ist, gerade bei komplexen Fragen wie der Verkehrswende, echt nicht viel

Sehr erfreut war ich am nächsten Morgen, weil in der RP ein wirklich toller Artikel war:

„Bei den Schülern schien am Ende vor allem Stefan Meiners Eindruck machen zu können. Der Bundestagskandidat der Grünen punktete nicht nur in den Gesprächsrunden mit Kompetenz in Sachen Internet und soziale Medien, sondern auch mit einem klaren Statement zum Abschluss der Veranstaltung. „Was die Parteien am rechten Rand zu bieten haben, ist nichts Neues. Das ist der gleiche Scheiß, den wir in Deutschland schon mal hatten – von 1933 bis 1945″, sagte er und bekam dafür viel Applaus.“

 

Der nächste Stop war das Gymnasium Kamp-Lintfort, wo wir zu einer „normalen“ Diskussion eingeladen waren.

Interessanterweise blieb der Kollege von Rechts der Veranstaltung fern. Natürlich ohne abzusagen. Was aber irgendwie auch nicht verwundert, weil in Hünxe ihm die Schülerinnen und Schüler schon die Hölle heiß gemacht hatten, weil er schlicht nicht eine Frage beantworten wollte.

Was mir in KL sehr gut gefallen hat waren die ebenfalls sehr aufgeweckten Menschen im Publikum. Ich glaube, dass man den Erstwählern heute einfach keinen Mist mehr verkaufen kann, sonder möglichst gut und offen mit ihnen reden muss. Sie nehmen schlechte Wahrheiten deutlich besser auf, als gut gemeinte Märchen – etwas was vielleicht der eine oder andere aus der Politik noch nicht gemerkt hat.

Das zeigt mir vor allem eine Rückmeldung aus einer der zahlreichen Schulveranstaltungen, die ebenfalls diese Woche ankam:

„Sie waren ja noch so von Schülerinnen und Schülern belagert, dass ich gar nicht mehr dazu kam Sie zu verabschieden. (…) Doch das sei Ihnen hoch angerechnet, es wäre schade gewesen, die Erstwähler stehen lassen zu müssen. (…)
Ihr Engagement – es war wirklich und wahrhaftig ein „Stress-Test“ -, die Deutlichkeit Ihrer Aussagen und die Nähe der Begegnung haben die Schülerinnen und Schüler rundum begeistert (…)“

Wenn das dazu führt, dass vielleicht ein paar mehr junge Leute zur Wahl gehen und auch ihre Freundinnen und Freunde motivieren, ist viel gewonnen. Und dann schaffen wir es auch, die AFD unter 5% zu drücken.

Und jetzt auf in die letzte Woche 🙂

Muntere Diskussionsrunden

In den letzten Tagen knubbelten sich die Veranstaltungen im Wahlkampf und das Pendel schlug immer zwischen „im Streß“ und „hochgradig amüsiert“ aus. Besonders bemerkenswert waren sicherlich die 3 größeren Podien in der letzten Woche.

Angefangen am Mittwoch mit der Einladung zu den Kreisbauern:

Das man als Grüner nicht unbedingt Blumentöpfe gewinnt, wenn man sich mit Landwirten trifft, ist klar. Insofern war ich sehr gespannt auf die Veranstlatung, die in der Niederrhein-Halle statt fand.

Meine „Taktik“ war – wie immer – das Spiel mit offenen Karten. Von daher habe ich direkt in der Vorstellung klar gemacht, dass ich kein Spezialist bin. Im Gegenteil, über Landwirtschaft weiß ich eigentlich nur, was ich im Radio höre und von politischen Freunden in der Landwirtschaft weiß. Ich habe daher geworben, die Veranstaltung auch als Auftakt eines langen Prozsses zu sehen, in dem wir gegenseitig versuchen zu verstehen, was der jeweils andere denkt und warum.

Die Veranstaltunfg war überaus professionell moderiert und die Fragen aus der Reihe der Veranstalter teilweise recht kniffelig. Spannender waren aber die Beiträge aus dem Publikum, die sehr schnell ein Problem deutlich gemacht haben, das ich gar nicht auf dem Schirm hatte: Nämlich das Landwirte oft die Buhmänner der Nation sind – und eigentlich ihre Bedeutung und vor allem die ihrer Produkte gar nicht angemessen gewürdigt wird.

Interessanter Weise kam eines der Kernthemen (Nitrateinbringung durch Gülle) am Freitag in einer anderen Form auch noch mal auf das (Diskussion-)Tablett.

Im Nachgang zum offiziellen Teil hatte ich noch die Gelegenheit mit einigen Landwirten unter 6 und 8 Augen zu sprechen. Und auch wenn ich glaube, dass das nicht Grüne Stammwähler werden, glaube ich doch, dass es gute Gespräche waren.

Am Ende habe ich mir dann gewünscht, dass wir nicht auf FDP und CDU hören und uns erst in 4 Jahren wiedersehen. Sondern das die Kreisbauernschaft mal darüber nachdenkt, regelmäßig mit der Politik so zu diskutieren. Denn was sich über 4 Jahre aufstaut, baut man nicht an einem Abend ab.

Die RP war zugegen und berichetet hier: Klick!

Nur einen Tag später rief der Mittelstand nach Hamminkeln:

Die Initiative Pro Mittelstand hatte ebenfalls eingeladen und ich war gespannt. Der Einstieg ist mir nicht gut gelungen, aber ich glaube ich brauche mich nicht hinter den anderen Kandidaten zu verstecken. Insbesondere, weil von denen manchmal reichlich Unsinn kam.

So forderte z. B. die FDP, dass Steuerüberschüsse an Bürger/-innen zurückgezahlt werden sollen. Ich habe mir dann erlaubt darauf hinzuweisen, dass wir damit gefälligst die deutschen Schulden tilgen und längst überfällige Investitionen (u. a. in die Infrastruktur und Schulen) durchführen müssen. Die RP umschrieb das so:

„Reuther, wirtschaftsnah und selbstbewusst, fand auch „sinnvollere Möglichkeiten, das Geld auszugeben“. Meiners, eloquent und gerne mit der Attitüde, vieles genau und besser zu wissen, forderte, Infrastruktur und Schulausbau zu finanzieren.“

Na gut, eloquent ist nett und offensichtlich war es noch nicht arrogant 🙂

Was mir nicht gefallen hat war, dass die AFD „Unterstützter“ dabei hatten:

Der sehr gute Moderator hatte an einer Stelle einen Artikel als Bezug, der auch „Tichys Einblick“ stammte. Ich habe mir – vor der Antwort – erlaubt zu sagen, dass ich den Text nicht inhaltlich anzweifel, das Magazin aber schon sehr weit rechts steht. Darauf hin meldete sich ein AFD-Unterstützter aus dem Publikum und gab zum Besten:

„Ich lese auch Tichys Einblick und die Junge Freiheit. Ich bin auch gegen staatlich finanzierten Linksextremismus. Aber ich bin doch deswegen nichts rechts, ich bin ein Bürger der Mitte!“

Keine Ahnung wie, aber ich habe geschafft, darauf nicht einzugehen. Das was ich an der Stelle gesagt hätte, wäre nicht nett gewesen 😉

Insgesamt war die Veranstaltung aber klasse und ich habe auch hier den Wunsch geäußert, dass wir uns nicht erst kurz vor der nächsten Bundestagswahl wiedersehen.

Der Artikel der RP ist übrigens hier: Klick!

Am Freitag dann  Gülle & Nitrat in Rheinberg:

Eingeladen von den Grünen Rheinberg saß ich diesmal nicht auf dem Podium, den Job hat die sehr gute Ophelia übernommen.

Gleichwohl kam es im Anschluss an den offiziellen Teil zu vielen Gesprächen in kleinen Gruppen. In denen ich auch noch spannende Infos von Angela Herzberg erhalten habe, was das Wasser und die Trinkwasserqualität im Kreis Wesel angeht.

Im Laufe der Diskussion konnte ich zudem noch einige spannende Fakten insbesondere über die neue Düngeverordnung (und deren zu erwartende Wirkungslosigkeit) erfahren. Aber auch eben noch mal über die unglückliche Position der Landwirte: Denn selbst wenn die sich an alle gültigen Regeln halten, wird das nicht zwangsläufig zu einer Problemminderung führen. Hier waren die Ausfürhungen der Expertin des Wasserverbundes Niederrhein sehr erhellend – und trugen dazu bei, dass auch in dem teilweise sehr kritischen Publikum die Leute umdachten.

Aus der RP habe ich leider bisher nur einen „Vorher“-Artikel: Klick!

Radinfrastruktur im Kreis: Es gibt viel zu tun

Auf Einladung des ADFC Dinslaken-Voerde konnte ich heute eine Radtour begleiten, die sich mit den alltäglichen Merkwürdigkeiten beschäftigt. Insbesondere ging es darum Punkte anzufahren, die die Unsinnigkeit eines PKW-zentrierten Planens belegen.

Durchfahrt für alle Fahrzeuge verboten. Also auch für Fahrräder

Man muss auf Voerder Stadtgebiet auch gar nicht lange suchen, um solche Ecken zu finden. Und es ist überraschend, denn manchmal schon würde ein kleines Zusatzschild „Fahrräder frei“ das Problem lösen.

Auch die eine oder andere Radwegführung „um 20 Ecken“ lässt den Radfahrer staunen: Warum zum Beispiel muss an einer Straße, auf der Tempo 30 ist, der Radfahrer 2 mal die Straßenseite wechseln, nur damit Autos ungestört unter einer Brücke durchkommen? Macht an einer Tempo 30-Straße eine Benutzungspflicht für Radwege überhaupt Sinn?

(Mal abgesehen von der Frage ob das rechtlich zulässig ist.)

Kein Durchkommen. Und hoffentlich kein Gegenverkehr

Aber auch Maßnahmen zur vermeintlichen Erhöhung der Verkehrssicherheit können ab und an genau das Gegenteil bewirken. Zum Beispiel dann, wenn Verbindungswege so eng gebaut werden, dass man nicht einmal mehr hintereinander vernünftig durch dahren kann.

Natürlich ist nicht alles schlecht und besonders in Voerde gibt es ja wunderschöne Ecken zum Radfahren.aber auch hier fällt auf, dass sich bei der Anlage der Straßen offensichtlich niemand Gedanken gemacht hat, wie man Rad-, Fuß- und Krafverkehr zusammen sicher von A nach B bekommt.

Einfach schön entlang der Felder rollen

Für mich ist das eine sehr spannende Tour gewesen. Die mir zeigt, dass meine Bestrebungen für die Verkehrswende sehr wichtig sind. Denn wenn wir zunehmend Autos von der Straße holen wollen, brauchen wir neben einem guten und breit aufgestellten ÖPNV eben auch gute und schnell Radwegverbindungen.

Für den Fall, dass mal jemand fragt, warum ich so gern am Niederrhein lebe 😀

Das gilt nicht nur für Voerde oder den Kreis Wesel, sondern für ganze Deutschland. Obwohl ich mir natürlich wünschen würde, dass der Kreis hier eine Vorreiterrolle einnimmt 🙂