Wie alle, alle Jahre wieder…

Man müht sich redlich beim Beschenken,
möcht‘ alle Lieben freundlich bedenken –
man ist gestresst vom Eilen und Hasten
und den nach Hause zu tragenden Lasten –
wie alle, alle Jahre wieder.

Man backt und kocht und brät,
an vielen Vorweihnachtstagen wird’s spät.
Man schlägt den Baum, richtet ihn wieder auf,
ihn zu schmücken, nimmt man Vieles in Kauf –
wie alle, alle Jahre wieder.

Die Farbe der Kugeln ist nicht mehr „in“;
die Strohsterne duften nach Rosmarin;
die Spitze unbrauchbar, die Läden geschlossen,
die einzigen Wachs-Kerzen sind zerflossen –
wie alle, alle Jahre wieder.

Man hat alles geplant und vorbereitet
und je weiter die Zeit dann voranschreitet,
hat man überseh’n ein paar Kleinigkeiten
beim unaufhörlichen Vorbereiten –
wie alle, alle Jahre wieder.

Dann ist es soweit, das Glöckchen erklingt,
die ganze traute Familie singt,
doch nicht zu lange und nicht zu viel,
weil man doch Geschenke auspacken will –
wie alle, alle Jahre wieder.

Man singt die alt-bekannten Lieder
und wiegt sich in dem Kindheitstraum
vom festlich geschmückten Weihnachtsbaum.
Man zelebriert das Fest des Jahres;
alle sind sich einig, am Ende war es –
wie alle, alle Jahre wieder.

© Ingrid Hassmann

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