Warum ein NRW-Ticket für 2 Euro für Voerde wichtig ist

Wir Grüne fordern aktuell ein NRW-Ticket für den ÖPNV, dass als “2-Euro-Ticket” bekannt wurde:

Wir wollen ein NRW-Ticket für alle Menschen für gerade einmal 2 Euro am Tag – das bedeutet ein Monatsticket für ganz NRW für etwa 60 Euro, das im Jahres-Abo von allen Verkehrsverbünden angeboten wird. So wird Bus- und Bahnfahren quer durch alle Verkehrsverbünde einfach und unkompliziert. Diese Flatrate ist gut für eine saubere Luft in NRW und soll mehr Bürgerinnen und Bürger davon überzeugen, den Bus oder die Bahn zu nehmen.

Der Grund dafür ist einfach:

Wenn wir es auch nur halbwegs ehrlich meinen mit dem Versuch, etwas für das Klima zu unternehmen, müssen wir die Hürden zur Nutzung des ÖPNV abbauen. Das bedeutet nicht nur, dass Netz weiter auszubauen und zu verbessern. Sondern eben auch die Preise so attraktiv zu gestalten, dass die Menschen gerne auf den Bus und die Bahn umsteigen.

Angesichts der Tatsache, dass der Durchschnittspendler deutlich unter 20km pendelt, bewegen sich die meisten Menschen eh an einer Entfernungs-Grenze zwischen (e)Bike und ÖPNV. Während das Auto 95% seiner Zeit ungenutzt rumsteht und wenn es mal bewegt wird, im Schnitt 20 km/h schafft. Und damit nicht schneller als ein E-Bike ist.

Der Spiegel hat das, mit Verweis auf die Rheinische Post und eine Umfrage des Bundesumweltministerium treffend zusammengefasst:

Wie die “Rheinische Post” vorab unter Berufung auf die Untersuchung berichtet, könnte sich rund die Hälfte der Autofahrer, die täglich oder mehrmals in der Woche mit dem Wagen zur Arbeit fahren, vorstellen, häufiger öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Dies gilt insbesondere für Menschen in Großstädten, wie die Zeitung schreibt. In Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern erklärten demnach 61 Prozent ihre Bereitschaft zum Umstieg. Bei bis zu 100.000 Einwohnern waren es 49 Prozent, in Kommunen mit bis zu 20.000 Einwohnern 46 Prozent.

Wenn man dabei in die Primärquelle schaut, wird deutlich wie stark der Wunsch nach Veränderung ist:

91 Prozent der Befragten sagen demnach, dass das Leben besser werde, wenn der oder die Einzelne nicht mehr auf ein Auto angewiesen ist. 79 Prozent wünschen sich eine Stadtentwicklung, die die Alternativen zum Auto stärkt, für ihre eigene Stadt oder Gemeinde.

Das ist auch eine klare Ansage an Voerde. Denn unsere Stadt macht vieles richtig, aber es gibt noch Potential:

Auch bei der Frage wie es um unsere Infrastruktur gestellt ist, müssen wir den ÖPNV stärken. Natürlich würden vor allem die zahlreichen Pendler sich über das 2-Euro-Ticket freuen, wenn sie morgens in den Zug steigen. Sie müssen aber mit dem Bus auch gut zum oder vom Zug weg kommen. Und gerade hier haben wir erhebliches Nachholpotential.

Das Argument der Verkehrsbetriebe gleicht oft einem Henne-Ei-Problem: Die Buslinien werden eingeschränkt, weil so wenig Menschen sie nutzen. Und sie werden von so wenig Menschen genutzt, weil sie so eingeschränkt (und teilweise eben auch teuer) sind.

Die Einführung eines preiswerten, NRW-weiten Tickets könnte weitere Menschen davon überzeugen, dass Auto nur noch dann zu nutzen, wenn man eben nicht mit dem ÖPNV und dem Rad weiter kommt. Das wiederum führt zu einem steigenden Bedarf an Verkehrsmitteln, denen die Verkehrsbetriebe, bei uns eben die NIAG, dann entsprechende Mehrangebote entgegensetzen würden.

Und von dem Luxus, mit dem 2-Euro-Ticket auch mal spontan nach Düsseldorf, Köln oder Arnhem zu können, fangen wir gar nicht erst an. Womit auch deutlich werden dürfte, dass mit einer klugen Nahverkehrspolitik eine Situation entsteht, in der es nur Gewinner gibt.

Letztlich sogar die Menschen, die dann trotzdem noch – warum auch immer – mit dem Auto fahren und sich über die freien Straßen freuen 😉

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