Muntere Diskussionsrunden

In den letzten Tagen knubbelten sich die Veranstaltungen im Wahlkampf und das Pendel schlug immer zwischen “im Streß” und “hochgradig amüsiert” aus. Besonders bemerkenswert waren sicherlich die 3 größeren Podien in der letzten Woche.

Angefangen am Mittwoch mit der Einladung zu den Kreisbauern:

Das man als Grüner nicht unbedingt Blumentöpfe gewinnt, wenn man sich mit Landwirten trifft, ist klar. Insofern war ich sehr gespannt auf die Veranstlatung, die in der Niederrhein-Halle statt fand.

Meine “Taktik” war – wie immer – das Spiel mit offenen Karten. Von daher habe ich direkt in der Vorstellung klar gemacht, dass ich kein Spezialist bin. Im Gegenteil, über Landwirtschaft weiß ich eigentlich nur, was ich im Radio höre und von politischen Freunden in der Landwirtschaft weiß. Ich habe daher geworben, die Veranstaltung auch als Auftakt eines langen Prozsses zu sehen, in dem wir gegenseitig versuchen zu verstehen, was der jeweils andere denkt und warum.

Die Veranstaltunfg war überaus professionell moderiert und die Fragen aus der Reihe der Veranstalter teilweise recht kniffelig. Spannender waren aber die Beiträge aus dem Publikum, die sehr schnell ein Problem deutlich gemacht haben, das ich gar nicht auf dem Schirm hatte: Nämlich das Landwirte oft die Buhmänner der Nation sind – und eigentlich ihre Bedeutung und vor allem die ihrer Produkte gar nicht angemessen gewürdigt wird.

Interessanter Weise kam eines der Kernthemen (Nitrateinbringung durch Gülle) am Freitag in einer anderen Form auch noch mal auf das (Diskussion-)Tablett.

Im Nachgang zum offiziellen Teil hatte ich noch die Gelegenheit mit einigen Landwirten unter 6 und 8 Augen zu sprechen. Und auch wenn ich glaube, dass das nicht Grüne Stammwähler werden, glaube ich doch, dass es gute Gespräche waren.

Am Ende habe ich mir dann gewünscht, dass wir nicht auf FDP und CDU hören und uns erst in 4 Jahren wiedersehen. Sondern das die Kreisbauernschaft mal darüber nachdenkt, regelmäßig mit der Politik so zu diskutieren. Denn was sich über 4 Jahre aufstaut, baut man nicht an einem Abend ab.

Die RP war zugegen und berichetet hier: Klick!

Nur einen Tag später rief der Mittelstand nach Hamminkeln:

Die Initiative Pro Mittelstand hatte ebenfalls eingeladen und ich war gespannt. Der Einstieg ist mir nicht gut gelungen, aber ich glaube ich brauche mich nicht hinter den anderen Kandidaten zu verstecken. Insbesondere, weil von denen manchmal reichlich Unsinn kam.

So forderte z. B. die FDP, dass Steuerüberschüsse an Bürger/-innen zurückgezahlt werden sollen. Ich habe mir dann erlaubt darauf hinzuweisen, dass wir damit gefälligst die deutschen Schulden tilgen und längst überfällige Investitionen (u. a. in die Infrastruktur und Schulen) durchführen müssen. Die RP umschrieb das so:

“Reuther, wirtschaftsnah und selbstbewusst, fand auch “sinnvollere Möglichkeiten, das Geld auszugeben”. Meiners, eloquent und gerne mit der Attitüde, vieles genau und besser zu wissen, forderte, Infrastruktur und Schulausbau zu finanzieren.”

Na gut, eloquent ist nett und offensichtlich war es noch nicht arrogant 🙂

Was mir nicht gefallen hat war, dass die AFD “Unterstützter” dabei hatten:

Der sehr gute Moderator hatte an einer Stelle einen Artikel als Bezug, der auch “Tichys Einblick” stammte. Ich habe mir – vor der Antwort – erlaubt zu sagen, dass ich den Text nicht inhaltlich anzweifel, das Magazin aber schon sehr weit rechts steht. Darauf hin meldete sich ein AFD-Unterstützter aus dem Publikum und gab zum Besten:

“Ich lese auch Tichys Einblick und die Junge Freiheit. Ich bin auch gegen staatlich finanzierten Linksextremismus. Aber ich bin doch deswegen nichts rechts, ich bin ein Bürger der Mitte!”

Keine Ahnung wie, aber ich habe geschafft, darauf nicht einzugehen. Das was ich an der Stelle gesagt hätte, wäre nicht nett gewesen 😉

Insgesamt war die Veranstaltung aber klasse und ich habe auch hier den Wunsch geäußert, dass wir uns nicht erst kurz vor der nächsten Bundestagswahl wiedersehen.

Der Artikel der RP ist übrigens hier: Klick!

Am Freitag dann  Gülle & Nitrat in Rheinberg:

Eingeladen von den Grünen Rheinberg saß ich diesmal nicht auf dem Podium, den Job hat die sehr gute Ophelia übernommen.

Gleichwohl kam es im Anschluss an den offiziellen Teil zu vielen Gesprächen in kleinen Gruppen. In denen ich auch noch spannende Infos von Angela Herzberg erhalten habe, was das Wasser und die Trinkwasserqualität im Kreis Wesel angeht.

Im Laufe der Diskussion konnte ich zudem noch einige spannende Fakten insbesondere über die neue Düngeverordnung (und deren zu erwartende Wirkungslosigkeit) erfahren. Aber auch eben noch mal über die unglückliche Position der Landwirte: Denn selbst wenn die sich an alle gültigen Regeln halten, wird das nicht zwangsläufig zu einer Problemminderung führen. Hier waren die Ausfürhungen der Expertin des Wasserverbundes Niederrhein sehr erhellend – und trugen dazu bei, dass auch in dem teilweise sehr kritischen Publikum die Leute umdachten.

Aus der RP habe ich leider bisher nur einen “Vorher”-Artikel: Klick!

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