D a s I n t e r – N e s t

(die Idee hierzu hat sich durch einen Tippfehler ergeben)

Letzten Mittwoch war es, da stellte ich fest,
es gibt weltweit ein Inter-Nest –
da sitzen jetzt alle Vögel fest,
die nicht erwachsen werden wollen,
und sich einander Aufmerksamkeit zollen.

Sie trotzen mit Zugvogel-Verweigerung
und kommen nicht so recht in Schwung.
Die Gesangsentwicklung stagniert bei vielen,
am Federkleid entsteh’n bereits Schwielen.

Obwohl das Nest warm und sehr micro-soft,
wird auch hier auf ökologischen Wandel gehofft.
Um geeigneten umweltfreundlichen Strom
kümmern sich Dompfaff und Lerche schon.

Ins Landschaftsbild fügt sich das world-wide Nest
nicht ganz so gut ein, eher etwas wild-west.
Besieht man den Spaß der zwitschernden Meute,
lässt man es gelten, so ist das heute!

Es tummeln sich Eisvogel, Star und Specht,
die Single-Möwe hat hier Gewohnheitsrecht.
Auch Amsel, Drossel und Zwergpapagei
reih’n sich ein, ganz munter, ganz vorurteilsfrei.

Denn heut’ treffen sich im Nest der Musigranten-Stadl
und selt’ne Paradiesvögel von hohem Adel;
letztere brüten wilde Stories wie Eier aus,
verlassen dann fluchtartig das Gastgeberhaus,

während ein gestreift-kolumbianischer Eierleger
und der ostwestfälische Berberitzenjäger
ihr Federkleid putzen und kommunizieren
über die Möglichkeit, beim Nestbau zu differenzieren.

Die Ornitologen sind hoch erfreut;
Futter wird täglich von Bill Gates gestreut.
Das Inter-Nest bietet Platz für jeden,
für Vogel-Freuden und für Vogel-Fehden.

Ich hoffe, ihr habt das richtig verstanden,
hier kann man ohne Landebahn landen
und die Luft bleibt nahezu unverschmutzt,
wenn ein bunter Vogel das Inter-Nest nutzt.

Copyright: Ingrid Hassmann