Das süße Gift Sponsoring …

Auszug NRZ vom 18. 04. 09 (Jens Dirksen):
„… das Problem des Kultur-Sponsorings liegt nicht so sehr in der drohenden Einmischung von Sponsoren, sondern in der grundsätzlichen Abhängigkeit, die für Kultureinrichtungen aus dem Sponsoring entsteht. Das süße Gift des spendierten Geldes wirkt nämlich nicht so sehr, solange es fließt – sondern vor allem dann, wenn es von einem Tag auf den anderen entzogen wird.

In den kommenden Monaten könnte … sichtbar werden, wo Kultureinrichtungen sponsoringsüchtig geworden sind – wir dürfen uns darauf gefasst machen, dass es weniger spektakuläre Sonderausstellungen in den Museen gibt, weniger aufsehenerregende Konzerte, … Festivals und ein bisschen weniger Kulturhauptstadt-Programm.

… Das großzügige Einspringen von Sponsoren hat es allerorten allzu leicht gemacht, die öffentliche Hand, die Kommunen … aus der Pflicht zu entlassen, Kultur zu finanzieren.
Wenn es stimmt, dass Kultur kein Luxus, sondern ein Lebensmittel ist, dann bleibt es unabdingbar eine staatliche Aufgabe, genügend Geld für die kulturelle Grundversorgung bereitzustellen.
Und es ist auch Sinn und Zweck der Politik, das zu organisieren.