Warum der Regenwald so wichtig ist – und was er mit dem Babcockwald gemein hat

Um das Thema Regenwald ist es in letzter Zeit leider recht ruhig geworden – andere, drängendere Probleme wie Fukushima und der Staatstrojaner erfordern unsere Aufmerksamkeit.

Das es trotzdem wichtig ist, immer mal wieder das Thema zu beleuchten zeigt ein aktueller Bericht auf Spiegel-Online.

Vorangegangen war ein Bericht aus 2010, der sich mit dem Aussterben von Amphibien beschäftigt hat:

Überall auf der Welt verschwinden Frösche, Unken, Molche, Kröten und Salamander. Und zwar immer schneller. Forscher bezeichnen es bereits als das größte Massensterben seit dem Untergang der Dinosaurier. Der Tod kommt für die Amphibien schleichend. Schuld daran trägt ein unscheibarer Schädling: Ein Pilz namens Batrachochytrium dendrobatidis, kurz Chytridpilz, dem vor allem Tausende Frösche und Lurche zum Opfer fallen.

Es lohnt sich, den Artikel ganz zu lesen.

Neuere Untersuchungen aus Bolivien zeigen jetzt wie wichtig es ist, sich noch intensiver mit der Frage zu beschäftigen wie viele Arten es überhaupt gibt – und was zu deren Überleben notwendig ist.

Angesichts dieses Schreckensszenarios erfreut die neueste Nachricht von Wissenschaftlern des Senckenberg Forschungsinstituts sowie des Biodiversität und Klima – Forschungszentrums Frankfurt (BiK-F): Die Froschartenvielfalt in Bolivien ist offenbar deutlich größer als bisher angenommen. Ein Forscherteam um Martin Jansen war in die Regenwälder des südamerikanischen Binnenstaat gereist, um erstmals eine Inventur der dort lebenden Froscharten durchzuführen.

Viele Forscher befürchten, dass zahlreiche Arten aussterben werden, noch bevor man sie überhaupt entdeckt – die massive Vernichtung der tropischen und subtropischen Regenwälder spielt hier eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Von daher sollte man von Zeit zu Zeit auch nicht so akut erscheinende Themen wieder aus „der Mottenkiste“ holen. Macht man das, stellt man zum Beispiel mit Erstaunen fest, dass unser „Entwicklungshilfeminister“ Niebel (FDP) sich weigert in den Fond zur Erhaltung Regenwälder Ecuadors einzuzahlen. Dieser Fond ist ein „Tauschgeschäft“ – im Gegenzug verzichtet Ecuador auf die Förderung von Öl in ökologisch wichtigem Gebiet.

Die TAZ schreibt:
Die Entwicklungspolitiker der Union sind verstört über die Politik Niebels. Der Grund: seine beharrliche Weigerung, in den Yasuni-Treuhandfonds einzuzahlen, mit dessen Hilfe Ecuador dafür entschädigt werden soll, in dem Naturschutzgebiet nicht nach Öl zu bohren.
„Wir erwarten jetzt endlich konstruktive Vorschläge des Ministers“, sagt Unionsfraktionsvize Christian Ruck, „und nicht nur Angriffe auf die Italiener“. Vergangene Woche hatte Niebel Italien dafür kritisiert, dass das Land Ecuador unterstützt und im Gegensatz zu Deutschland in den Fonds einzahlt.

Dieses Verhalten eines FDP-Politikers ist nicht überraschen – erklärt doch die FDP in Voerde auch gerne mal Wald für verzichtbar, wenn es dafür einen chicken Sportpark gibt.

Gleichwohl sind die Auswirkungen dramatisch – und schon deshalb muss man hier dringend auf Niebel einwirken. Und auch auf die Voerder FDP.