Beigeordnetenwahl: Verlierer ist die CDU

Die Rheinische Post widmet sich in einem zweiten Artikel[1] der politischen Struktur Voerdes in der Wahl der 2. Beigeordneten, Simone Kaspar.

Dort räumt sie Herrn Langenfurth (CDU) ausführlich Platz ein, seine Theorien zu verbreiten. Unter anderem bekundet er, er hätte auch ohne „Abweichler“ gewußt, dass Frau Kaspar gewinnt.

Meines Erachtens nach offenbart der Artikel in der Rheinischen Post nicht nur ein interessantes Demokratieverständnis von Herrn Langenfurth, der ja bereits im Vorfeld die Wahl abgestimmt haben wollte. Vielmehr wird auch deutlich, dass der Gewinner eben nicht die CDU ist.

Es ist anzunehmen, dass die „Abweichler“ aus den Reihen der SPD stammen. Ziehen wir die mal bei dem Wahlergebnis ab und addieren sie mit der Enthaltung bei Herrn Notthoff, ist das Ergebnis 20 zu 21 – denkbar knapp. Gehen wir davon aus, dass die FDP im Vorfeld angekündigt hatte, sich gegen einen zweiten Abgeordneten zu stemmen und gehen wir davon aus, dass es einiges an Überzeugungsarbeit gekostet haben dürfte, die WGV auf die Seite von Frau Kaspar einzuschwören, bleibt im Ergebnis nur festzustellen:

Das Ergebnis ist nicht das Traumergebnis von Herrn Langenfurth. Er konnte nicht wissen wie die Wahl ausgeht und es darf wohl unterstellt werden, dass er von dem sehr deutlichen Ergebnis genau so überrascht gewesen ist, wie alle anderen Anwesenden. Der wahre Verlierer ist die CDU, denn ohne die „Parteibuchaffäre“ wäre rein gar nichts klar gewesen. Der „Sieg“ der CDU rührt daher nicht von Langenfurths „Überzeugungsarbeit“, sondern ist Ausdruck von Frustration in der SPD.

Tatsächlich dürfte nämlich die SPD sich selbst ein Bein gestellt haben, als Scholten einräumen musste, von dem Parteibuch Notthoffs gewusst zu haben. Lenkt man die Augen jetzt aber darauf, muss man die Frage stellen ob die Stimmen aus der Reihe der SPD für Kaspar nicht reine Protest-Stimmen gewesen sind. In sofern müsste man konstatieren, dass hier sogar die Stadt verloren hat, wenn die Wahl aus Enttäuschung über Scholten zu Gunsten von Kaspar ausging – und nicht auf Grund ihrer zweifellos vorhandenen Qualifikation.

Nichts desto trotz muss Voerde jetzt nach Vorne schauen. Die Grünen in Voerde werden mit Frau Kaspar genau so zusammen arbeiten, wie sie es mit Herrn Notthoff getan hätten: offen, kooperativ und vor allem auf das gemeinsame Ziel ausgerichtet: den Haushalt von Voerde zu konsolidieren.

Und es bleibt zu hoffen, dass SPD und vor allem CDU sich wieder dieser Aufgabe besinnen und ihre Machtspielchen einstellen.

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1] Der erste Artikel war „Voerde: Simone Kaspar gewinnt Wahl…