Grüne besichtigen STEAG Voerde

Am Samstag, den 10.12.2011 besichtigte eine Delegation der Grünen in Voerde auf Einladung der STEAG das Kraftwerk Voerde.

Es ist ein offenes Geheimniss, dass das Steinkohlekraftwerk Voerde und die Grünen keine Freunde werden. Dennoch nahmen zahlreiche Voerder Grüne an dem Termin teil.

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Zunächst wurde uns vom Betriebsleiter und dem Pressesprecher der STEAG das Kraftwerksgelände gezeigt und die einzelnen Elemente erklärt. In einer folgenden Diskussionsrunde stellte die STEAG dann ihre Pläne für die Zukunft vor.

Klar ist, dass die Entwicklung im Bereich Erneuerbare Energien nicht am STEAG-Konzern vorbei ziehen. Aus Sicht der STEAG ist aber gerade deshalb, zur Netzstabilisation, nicht auf Großkraftwerke zu verzichten.

Überrascht waren die Teilnehmer, dass der Großteil der in den 4 Blöcken verbrannten 11 bis 20 Tausend Tonnen Kohle (täglich!) aus Nord- und Südamerika, so wie aus Russland nach Holland verschifft und von da aus mit mehr als einem Dutzend Züge über die BETUWE ans Kraftwerk geführt werden.

Die STEAG betont, dass Ihre Kraftwerke und damit auch das in Voerde allen Umweltschutzrechlichen Bedingungen genügt. Allerdings machte man auch klar, dass man an anderen Kraftwerksstandorten – wie z. B. Brasilien – froh über weniger strenge Auflagen ist.

Für viele neu war auch die Tatsache, dass zum Hochfahren des Kraftwerks nach einer Abschlatung etliche Tonnen Schweröl verfeuert werden müssen. Hier sieht die STEAG auch den größten Handlungsbedarf und Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung.

Es ist eines, grundsätzlich gegen Kohle-Kraftwerke zu sein. Aber immer etwas anderes, sich intensiv damit auseinander setzen zu können. Von daher freuen sich die Grünen in Voerde über die Einladung der STEAG.

Zugleich sehen wir uns aber auch in unserem Kurs bekräftigt, der einen Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Energieträger, hier vor allem der Kohle, vorsieht. Zumal nicht einmal die Hälfte der investierten Energiemenge letztlich in Strom umgewandelt werden kann. Und auch, weil all die Technik nicht darüber hinweg täuschen kann, dass hier wie vor hundert Jahren eigentlich nur Wasser zum Kochen gebracht wird, damit der Dampf ein (sehr großes) Windrad antreibt…

Fotos von der Veranstaltung gibt es hier: Klick!

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