Atomenergie: Strahlendes Jülich?

Die Wochenzeitung Kontext widmet sich in einem Dossier der Geschichte der Kernforschungsanlage Jülich.

Dabei wird klar, wie groß die Gefahr in der Nachbarschaft zwischenzeitlich gewesen ist – wer auch immer das mitbekommen haben mag. Vermutlich bestand aber zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung…


So bestand das Dach des AVR zunächst aus simplem Blech. Die Neutronen aus der Kettenreaktion im Reaktorkern sausten in den Jülicher Himmel, wurden durch Luft reflektiert und landeten auf der Anlage und dem umliegenden Wald. „Skyshine“ heißt das Phänomen in der Fachsprache – die bitterböse, unter Umständen Krebs auslösende Variante des Pfingstmythos im Atomzeitalter. In Jülich überstieg diese Strahlenbelastung jahrelang die Grenzwerte bis um den Faktor zehn.
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Der Tschernobyl-Effekt kommt in Gang, wenn sich mehr als 200 Liter Wasser zwischen den heißen Grafitkugeln befinden. Solche Mengen hielten die Jülicher Bedienmannschaften für unvorstellbar. Nachdem sie Wasser im unteren Teil des Reaktors gefunden hatten, stellten sie einen 25-Liter-Behälter unter ein Ventil. In wenigen Sekunden schossen 400 Liter hochradioaktives Wasser aus der Öffnung.

Wer eine halbe Stunde Zeit hat, sollte sich den Text mal ganz durchlesen.