Voerder Wald in…. Wesel?

Unter dem Titel „Platz für Friedrichsfelder Wehr“ berichtet die Rheinische Post heute über die angedachte Neuansiendlung eines Investors in Friedrichsfeld – mit kleinem Benfit für Voerde:

Nach den bisherigen Plänen sollen auf dem Gelände ein Bürogebäude mit einer Betriebsinhaberwohnung im Obergeschoss errichtet werden. Außerdem ist geplant, für den Pflanzenhandel neue Ausstellungs-, Verkaufs- und Lagerhallen zu bauen. Der Imbisssstand soll einen neuen Verkaufspavillon erhalten. Der Stadt Voerde hat der Investor angeboten, als Ersatz für das Feuerwehrgerätehaus an der Böskenstraße auf der südwestlichen Fläche eine neue Unterkunft für den Löschzug Friedrichsfeld zu bauen. Dieses Gebäude kann die Stadt anmieten oder pachten.

Zumindest hofft man wohl auf einen Benefit in Form von Kostenersparnis, weil die Investition in das neue Feuerwehrgebäude nicht unmittelbar durch die Stadt zu tragen ist. Und da ist man natürlich zuvorkommend. Und was stört mehr bei Bauvorhaben, als ein Wald?

Also muss der Wald weg:

Damit das Vorhaben umgesetzt werden kann, ist eine Änderung des Bebauungsplanes für dieses Gebiet notwendig. (…)

Im gültigen Bebauungsplan sind 1600 Quadratmeter des Areals als Wald festgesetzt. Nach Aussage der Verwaltung wachsen auf 1350 Quadratmetern Bäume, die als ein Wald anzusehen sind.

Jetzt muss dummerweise abgeholzter Wald ersetzt werden. Das könnte positiv sein, denn dieser Ersatz an Waldfläche darf nicht 1:1 erfolgen, konkret geht es hier darum, dass 3000 Quadratmeter Wald neu anzupflanzen sind und 1400 Quadratmeter Wald aufgewertet werden sollen. 4400 zu 1600, das klingt erst mal gut.

Der Haken ist jedoch, dass lediglich die Aufwertung der 1400 Quadratmeter in Voerde erfolgt. Der „neue Wald“ soll auf einer Freifläche in Wesel entstehen:

Etwa 3000 Quadratmeter Freifläche sollen zu einem Wald entwickelt werden – dies auf einem Grundstück des Investors in der Nachbarstadt Wesel.

Natürlich kann man jetzt sagen, Wald ist Wald und wo der steht ist egal. Aber Voerde ist ohnehin mit weniger als 9% Fläche eine sogenannte „Waldarme Kommune“ und neben den 90.000 Quadratmetern die unnötigerweise für den „Sportpark Friedrichsfeld“ weichen müssen, gehen hier weitere Flächen unwiderbringlich verloren.

Wie das dann aussieht, kann man sich leicht vorstellen. Und ob es der Lebensqualität zuträglich ist, wenn Voerde immer mehr zugepflastert wird und Erholung suchende zukünftig dann nach Wesel fahren (am Besten mit dem Auto!) müssen?

Aus grüner Sicht ist die aktuelle städte- und bauplanerische Entwicklung in Friedrichsfeld ein Desaster. Und hier besteht dringender Handlungsbedarf!

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