„Keine extensive Massentierhaltung in Voerde!“

Die Ausschüsse und der Rat der Stadt Voerde haben darüber zu entscheiden, ob ein in Voerde ansässiger Mastbetrieb für Schweine seine Kapazitäten mehr als verdoppeln darf: Auf nahezu 3.000 Tiere.

Die Grünen in Voerde lehnen dieses Ansinnen ab und stimmen dagegen. Hierzu der Sprecher der Fraktion, Holger Mrosek:
„Wir haben hier eine sehr sorgfältige Abwägung zwischen den legitimen Interessen eines Unternehmers und der Allgemeinheit zu vollziehen. Auf der einen Seite das Recht, den eigenen Betrieb ökonomisch sinnvoll führen zu können – auf der anderen Seite das Recht der Bürger und das Wohl der Tiere.

Grundsätzlich ist Massentierhaltung das genaue Gegenteil einer gestärkten Regionalversorgung unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und Ökologie. Zudem stellte die Stadt Voer-de bei Begutachtung der eingereichten Unterlagen fest, dass diese nicht geeignet sind, die Bedenken der Anwohner des betroffenen Gebietes zu zerstreuen: Mit den eingereichten Unterlagen kann weder die Lärmbelastung durch den Betrieb, sowie des zu erwartenden LKW-Verkehrs zuverlässig bestimmt werden. Noch kann eine Geruchsbelästigung der Anwohner Spellens oder Orks ausgeschlossen werden.

Auch eine Nachbesserung der Unterlagen würde hier jedoch nichts an der Ablehnung durch die Fraktion der Grünen ändern. Einer der Gründe ist, dass die Massentierhaltung besonders kritisch für das Klima ist, mit derzeit ca. 18% Anteil an den weltweiten Emissionen an Treibhausgasen. Zudem ist schon heute ungefähr 50% des Eiweißfutters in der Mast importiert und belegt ein Drittel der weltweiten Anbauflächen für Nahrungsmittel! Von intensiver An-wendung von Medikamente, wie zuletzt häufig in den Medien diskutiert, gar nicht zu reden.

Tierhaltungsanlagen im industriellen Maßstab geben keine positiven Entwicklungsanreize für ländliche Umgebungen wie Voerde. Die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner ist gefährdet, der Tourismus und andere Bereiche der regionalen Wirtschaft leiden.“

In einer Gesamtabwägung kommt die Fraktion der Grünen in Voerde daher zu dem Ergebnis, dass hier die Interessen der Allgemeinheit den Einzelinteressen eines Unternehmens gegenüber in einem Missverhältnis stehen, dass eine Zustimmung zu den Erweiterungsplänen ausschließt.