Voerder Karnveal – quo vadis?

karneval-120219-18_kleinNoch bevor der Karnevalsumzug 2013 in Voerde überhaupt statt gefunden hat, berichtet die NRZ schon darüber, dass der Zug 2014 in Frage steht:

Ob der närrische Lindwurm auch 2014 wieder durch die Voerder Straßen wird ziehen können, dahinter steht ein dickes Fragezeichen, weil die Stadt besagte Kosten nur noch alle zwei Jahre übernimmt. Wegen ihrer damals ausgesprochen prekären finanziellen Lage hatte der Rat entschieden, dass die Veranstaltung ab 2011 nur noch alle zwei Jahre von der Kommune mitfinanziert wird.

Und es stimmt: Im vergangenen Jahr hat der Rat beschlossen, nur noch alle zwei Jahre die über 20.000€ direkte Unterstützung zu zahlen. Das sind dann immer noch 10.000€ pro Jahr.

Diesen Betrag muss die Stadt erst einmal aufbringen – für eine Kommune die genauso finanziell mit dem Rücken an der Wand steht wie viele andere, ist das eine gehörige Summe.

Natürlich kann man jetzt sagen, dass das wichtiges Geld ist: Der Umzug in Voerde ist überregional bekannt und zieht Massen von Besuchern in die Stadt. Volkswirtschaftlich könnte man also damit argumentieren, dass die Stadt hier die Gemeinwohlfahrt mit 10.000€ pro Jahr unterstützt. Betriebswirtschaftlich muss man aber wohl sagen, dass auch eine Stadt jeden Cent nur ein Mal ausgeben kann. Und es sich schlicht nicht erlauben kann (und davon abgesehen auch nicht darf), „mal eben“ 20.000€ für ein eintägiges Kulturerlebnis auf den Kopf zu hauen.

Auf Twitter schreibt @Rezisto zum Beispiel:
(…)das ist doch ne Farce… Für sowas hat einfach Geld da zu sein.

Und jeder möchte ihm da zustimmen. Doch woher nehmen und nicht stehlen?

Oder einmal andersherum weiter gedacht: Wenn man für den Karneval jedes Jahr gerne 10.000€ bei Seite legt, wie ist das dann mit den Sportvereinen, die wichtige Arbeit leisten? Was ist mit dem JUZ und der Stock?

Aus politischer Sicht ist es unglaublich schwierig überhaupt noch Felder zu finden, in denen man Geld einsparen kann mit möglichst geringen negativen Auswirkungen für andere. Denn in einer Haushaltsituation wie der von Voerde hat jeder Einschnitt schmerzhafte Folgen für die Betroffenen und jeder nicht erfolgte Einschnitt für die Allgemeinheit.

Nochmal die NRZ:
Schon die Veranstaltung 2012 stand in Frage. Am Ende aber gelang es dem VKV dann doch noch, den närrischen Lindwurm auf die Strecke zu bringen – Sponsoren sei Dank. Ob dies auch in einem Jahr so sein wird, ist offen, wie VKV-Präsident Stefan Schmitz auf NRZ-Anfrage erklärte.

Natürlich ist das offen, wie das ganze in 2014 weiter geht. Allerdings scheint es doch etwas verfrüht, schon vor dem Zug 2013 das kommende Jahr in tief schwarzen Farben zu malen. Zum einen gibt es auch auf Seiten der Sponsoren ein Interesse, den Karneval 2014 nicht sterben zu lassen.

Interessant ist aber auch, dass man sich bisher nicht traut, einmal unkonventionelle Wege zu gehen. Wie zum Beispiel:

Auf jedes verkaufte (alkoholische) Getränk wird dieses Jahr ein „Soli“ von 50 Cent oder einem Euro aufgeschlagen – und das Geld fließt in den Karneval 2014. Das daran auch die Getränkehändler ein vitales Interesse haben dürften ist klar. Und mit Bratwürsten ginge das auch 😉