Kesselwagen mit giftigen Chemikalien explodiert

Ein Toter und 17 zum Teil schwer verletzte Menschen sind das Ergebenis eines schrecklichen Bahn-Unglücks:

Bei einem Zugunglück in (…) sind in der Nacht drei mit Chemikalien beladene Kesselwagen explodiert. Ein Anwohner kam ums Leben, 17 weitere Menschen wurden verletzt. Noch am späten Nachmittag loderten an der Unfallstelle die Flammen, stundenlang traten giftige Dämpfe aus.

Am frühen Morgen gegen 2 Uhr waren sechs Kesselwagen eines insgesamt 13 Tankwaggons zählenden Güterzuges aus noch unbekannter Ursache (…) entgleist und umgestürzt. Dabei kam es zu der Explosion und zu einem heftigen Brand.

Dieser schreckliche Unfall spielte sich in Belgien ab, hätte sich aber ebenso gut vor unserer Haustüre abspielen können – werden Tag für Tag unzählige Fahrten mit gefährlichen Gütern auf der BETUWE-Linie durchgeführt. Und mit dem Ausbau des dritten Gleises und der Blockverdichtung werden es mehr. Natürlich ist es statistich unwahrscheinlich, dass ein solcher Unfall passiert. Aber wie man an Belgien sieht, sind auch unwahrscheinliche Ereignisse durchaus möglich.

Um so trauriger, dass nach wie vor die Frage der Sicherheit an der BETUWE-Linie nicht zufriedenstellend geklärt ist. So konnte man z. B. schon 2009 lesen:

Wie berichtet, hatten die Rettungskräfte unter anderem einen Rettungszug gefordert. Der sollte in Emmerich stationiert werden, um schnell zur Unglücksstelle zu kommen. Klare Antwort der Deutschen Bahn: Ein solcher Zug ist nicht vorgesehen. (…) Man habe dem Kreis ja bereits zweimal einen so genannten „Rüstsatz Bahn“ für „Katastrophenschutz mit Massenunfall“ zur Verfügung gestellt. (…) Dabei handelt es sich um kleine Plattformen, die über die Schienen geschoben werden können.

Und 2011 verdeutlichten die Feuerwehren im Kreis noch einmal ihre Sorgen:

Die Mitglieder des Arbeitskreises Notfallsicherheit der Feuerwehren, die einen Sicherheitskatalog für die Strecke erarbeitet haben, befürchten, dass die Bahn ihre Forderungen nicht erfüllen wird und sich eine Katastrophe anbahnt, sollte ein Zug verunglücken.

Alle Beteiligten sind jetzt gefordert, den Toten aus Belgien als Anlass zu nehmen, erneut nicht über einen „rechtlich notenwendigen“, sondern „best möglichen“ Schutz der Anwohner entlang der BETUWE zu diskutieren. Und ganz besonders die Bahn ist gefordert, ihre Profitinteressen nicht über das Allgemeinwohl zu stellen. Denn ein Toter und 17 Verletzte Menschen sind mehr Beweis als es braucht: Wo Gefahrgüter transportiert werden, drohen Gefahren.

Auch in Voerde – was uns meist gar nicht bewußt ist. Aber bewußt sein sollte!