Bahn -8%, Autobahn +9%

Es dürfte relativ offensichtlich sein, dass die Bahn dem PKW/LKW gegenüber einige ökonomische und viele ökologische Vorteile bietet. Sieht man mal von den Problemen bei BETUWE ab oder Skandalbaustellen wie S21, die allesamt lösbar wären, bleibt unter dem Strich festzustellen, dass Güter und wo möglich auch der Mensch auf die Schiene gehört.

Um so bedauerlicher, dass Deutschland sich – in gutem europäischen Einklang – eher um das Gegenteil bemüht. Denn während im vergangenen Jahrzehnt die Autobahnen in unserem Land um 9 Prozent wuchsen, schwanden 8% der Schienenstrecken.

Der Grund ist offensichtlich, die finanzielle Unterhaltung von Schienen gestaltet sich schwieriger als bei Autobahnen, weil es beim Individualkraftverkehr für Bund und Länder zunächst damit getan ist, die Asphaltstrecke einfach zur Verfügung zu stellen – Nutzen kann die dann jeder wie es ihm beliebt (in den Grenzen der Regeln und Gesetze). Der Schienenverkehr braucht dagegen deutlich mehr Aufwand.

N-TV dazu:

Während einmal gebaute Straßen nicht wieder zurückgestutzt würden, müsse jede Schienenstrecke für den Betreiber wirtschaftlich tragfähig sein, sagte Flege. Obwohl die reine Netzlänge kein ausschließlicher Indikator für Leistungsfähigkeit sei, zeige der Wachstums-Vergleich zwischen Schiene und Straße, „dass in Deutschland die Entwicklung in die falsche Richtung geht“, sagte der Allianz pro Schiene Geschäftsführer.

Hier wäre politisches Steuern verlang, dass man aber in Deutschland von CDU und FDP an der Stelle wohl kaum erwarten darf. Aber auch in Europa müsste die Politik ihren Fokus deutlich verschieben:

Europas Eisenbahnnetz wird immer kleiner, während das Autobahnnetz weiter wächst. Von 2000 bis 2011 sei die Gesamtlänge der Schienenwege um zwei Prozent zurückgegangen, die der Autobahnen habe aber um 27 Prozent zugenommen, teilte die Allianz pro Schiene.