NRZ: Voerder Grüne lehnen Etatentwurf ab

Voerde.   Fraktion begründet ihr Nein insbesondere mit der Sportstättenverlagerung, für die andere Maßnahmen zurückgestellt würden

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen wird den von der Verwaltung vorgelegten Haushaltsentwurf für 2014 ablehnen. Als ein Hauptargument führt sie die Sportstättenverlagerung auf das ehemalige Babcockgelände an: Wenn die Sanierung der Bäder und Hallendächer, die mehr dem Gemeinwohl dienten – zurück gestellt würden, um eine „politisch gewollte Maßnahme durchzupeitschen“, könnten die Grünen dem nicht zustimmen, stellt Fraktionssprecher Holger Mrosek fest. Die Grünen haben sich unlängst mit dem Etatentwurf auseinander gesetzt und dabei auf Kernthemen konzentriert.

Eines davon war die Sportstättenverlagerung in Friedrichsfeld – ein Projekt, das ihrer Einschätzung nach ein riesiges finanzielles Risiko birgt und „eine ökologische Katastrophe“ darstellt. Für den Bau des Sportparkes auf dem ehemaligen Babcockgelände müssen zirka neun Hektar Wald weichen.

Die Grünen haben den Eindruck, dass die Verwaltung die Alternativen „aufgrund des Zeitdrucks der Kommunalwahl nicht ausreichend geprüft hat“, macht Mrosek deutlich.

Ein Bäderangebot in der Stadt vorhalten zu können, stuft Mrosek als wichtiger ein. „Wieviele Badeunfälle passieren mit Kindern, die nicht schwimmen können?“, führt er als Begründung an. „Wir brauchen die Möglichkeit, dass sie hier schwimmen lernen können.“ Der Grünen-Fraktionssprecher fragt sich, was aus dem Bäderkonzept wird, das ein externes Büro im Auftrag der Stadt erarbeitet und im Juni 2013 vorgelegt hatte.

Alternativen in Ruhe ausloten

Einen großen Diskussionsbedarf sehen die Grünen auch in der Frage, welches Angebot es im Bereich der weiterführenden Schulen künftig geben soll. Seine Fraktion habe sich noch auf keine der fünf in Rede stehenden Optionen festgelegt, betont Mrosek. In der Diskussion ist die Gründung einer Sekundarschule, die Gründung einer Gesamtschule in städtischer oder in Trägerschaft der Caritas, eine Kooperation mit der Gesamtschule Hünxe in Form einer DependanceLösung und die Kooperation mit Dinslaken und Hünxe im Rahmen einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung (die NRZ berichtete). Den Grünen sei es wichtig, „für jedes Kind ein entsprechendes Angebot zu finden – möglichst in Voerde“, betont Mrosek. Sie sähen lieber eine wohnortnahe Versorgung und dass das Reisen von Kindern „nur der Ausnahmefall ist“.

Mrosek appelliert, in der Schulfrage nicht unter Zeitdruck eine Entscheidung zu treffen. Die Alternativen müssten in Ruhe ausgelotet werden, ein zu schnelles Agieren in der Schulfrage sieht er als gefährlich an.

Der Grünen-Fraktionssprecher geht nicht davon aus, dass es noch vor der Kommunalwahl am 25. Mai einen Beschluss geben wird, hofft aber auch, dass der jetzige Stadtrat dem künftigen die Entscheidung so leicht wie möglich machen wird.

Petra Keßler