Der unerschütterliche Glaube der CDU

Wir schreiben das Jahr 2014. Ganz Europa könnte seine Energie aus regenerativen Quellen beziehen. Nur ein paar Politiker leistet erbitterten Widerstand: Die CDU. Und natürlich die FDP. Ja, die gibt es noch 😉

Denn heute morgen in der Rheinischen Post kann man lesen, mit welcher Dankbarkeit Oliver Wittke (CDU) die Anregungen des „EU-Energiekommissar“ Oettinger (CDU) aufnimmt, man möge doch bitte endlich auch in Deutschland Fracking betreiben:

Der Vorstoß von EU-Kommissar Günther Oettinger für ein Fracking-Pilotprojekt in Deutschland löst eine neue Debatte über die umstrittene Fördertechnik aus. „Ich bin unbedingt der Meinung, dass NRW von einer solchen Fracking-Pilotanlage im Industriemaßstab profitieren würde“, sagte der Gelsenkirchener Bundestagsabgeordnete Oliver Wittke (CDU), der auch Sprecher der Arbeitsgruppe Ruhrgebiet in seiner Berliner Fraktion ist. Absoluten Trinkwasserschutz vorausgesetzt, könne „gerade die NRW-Industrie bei einem solchen Referenzprojekt ihre Leistungsfähigkeit beweisen“, so der ehemalige Bauminister: „Deutsche Ingenieure sind führend in der Entwicklung umweltfreundlicher Hochtechnologie.“

(…)

Unterstützung bekommen Oettinger und Wittke vom Bundesvorsitzenden der FDP, Christian Lindner, der zugleich die Fraktion im Düsseldorfer Landtag führt. Lindner sagte unserer Zeitung: „Steigende Energiepreise und die Krim-Krise zwingen uns zu neuem Denken.

Ja ne, ist klar.

Abgesehen davon, dass selbst in den USA inzwischen an der Wirtschaftlichkeit von Fracking gezweifelt wird, muss man doch mal fragen wie man hier von „umweltfreundlicher Hochtechnologie“ sprechen kann. Hier wird anachronistich ein tiefes Loch gebohrt, in das ein hochgiftiger Cocktail von Chemikalien gepresst wird, um das Gas aus dem Schiefer zu lösen.

Die Auswirkungen reichen von menschlich induzierten Erdbeben über nachhaltige Vergiftungen des Grundwassers bis zu möglichen und noch nicht ausreichend untersuchten Langzeitschäden.

Hier wird einmal mehr deutlich, wie stark die Bindungen zwischen den großen Energieversorgern und der Politik nach wie vor sind. Das Spiel einen „neutralen“ (also ohne genannte Partei) EU-Kommissar vorzuschicken und dann auf Bundes- und Landesebene das alles zu begrüßen kennen wir ja schon. Und auch das Klammern der FDP am Bein der CDU, um nicht vollends in der Versenkung zu verschwinden, ist nichts neues.

Es ist einfach nur bedauerlich, dass 2014 immer noch so kurzfristig auf Gewinne geschaut wird – und die anstehenden Herausforderungen unserer Welt weiterhin dem untergeordnet werden.

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