Hände weg vom Fracking!

Die Bundesregierung diskutiert mal wieder (oder nach wie vor) einen Gesetzentwurf zum Fracking. Natürlich, wie sich das gehört nix Halbes und nix Ganzes:

Demnach soll Fracking in sensiblen Gebieten zur Trinkwassergewinnung und des Naturschutzes verboten werden, außerdem in Tiefen von weniger als 3000 Metern. Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen zu dieser Tiefenregelung, so dass das der Gesetzentwurf von vielen Seiten als zu industriefreundlich bewertet wird. Wahrscheinlich Anfang 2015 wird das Kabinett entscheiden, dann der Bundestag. Vor der zweiten Jahreshälfte 2015 wird das Gesetz voraussichtlich nicht in Kraft treten.

Heise, 05.01.2015

Dieses Gesetz darf nicht in Kraft treten. Mal abgesehen davon, dass es vermutlich wie fast alle Schwarz-Rote Gesetze von irgendeinem Gericht gekippt würde: Es ermöglicht eine Hochrisiko-Technologie von der wieder wenige profitieren und bei der viele verlieren werden.

Denn wie schon bei der überhasteten Milliarden schweren Förderung der Kernerngie steht der kurzfristige Profit und der Traum der „Versorgungsunabhängigkeit“ einmal mehr über allem. Dabei wissen wir nicht erst seit dem Film „Gasland„, welche Auswirkungen Fracking auf das Grundwasser haben kann.

Relativ neu sind aber vor allem gesicherte Erkenntnisse, dass Fracking entgegen aller Beteuerungen doch Erdbeben verursachen kann – und zwar relativ starke:

Die Gas- und Ölförderung durch Fracking kann nach Forscherangaben bei bestimmten Bodenstrukturen zu relativ starken Erdbeben führen. Ein US-Team hatte die Ursachen für ein Erdbeben im März 2014 in Poland im US-Bundesstaat Ohio untersucht. Der Grund des ungewöhnlichen Bebens sei Fracking gewesen, berichten Wissenschaftler im Bulletin der Seismologischen Gesellschaft Amerikas („BSSA„, doi: 10.1785/0120140168). Es habe sich dabei um eines der stärksten Beben gehandelt, das in den USA jemals mit der umstrittenen Energiegewinnungsmethode in Zusammenhang gebracht wurde.

Heise, 05.01.2015

Und da fragt man sich doch ehrlich: Welcher klar denkenden und nicht von der Energie-Lobby vor sich hergetriebene würde eine solche Technologie zulassen oder gar fördern?

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