STEAG: Told you so

Hinterher kann man immer gut sagen: „Wir haben es Euch gesagt“. Gut ist, wenn man belegen kann, dass man es wirklich getan hat. So stand zum Beispiel im November 2011 hier auf unserer Seite:

Insgesamt scheint es aber so zu sein, als ließen sich wie erwartet die großartigen Versprechungen der Verantwortlichen nicht mehr aufrecht halten. Inzwischen muss man einräumen, dass der originär vorgeschobene Kaufzweck dann doch einfach nur die Hoffnung auf eine Cash Cow gewesen ist(…)

Und heute?

Das für einige Kommunen sehr bittere Erwachen. Das allerdings überhaupt niemanden überraschen darf, weil es absolut vorhersehbar gewesen ist. Die NRZ von heute:

Die Frage bleibt, ob sich die Stadtwerke damit übernommen haben. Kritiker fürchten seit jeher, dass der Steag-Kauf auf Pump irgendwann teuer zu stehen kommen könnte. Wie die Ergebnisaussichten zeigen, könnte es bald so weit sein: Seit der Übernahme befindet sich die Ausschüttung im Sinkflug. Für das Geschäftsjahr 2015 wird die Steag voraussichtlich noch 80 Millionen Euro an das Stadtwerke-Konsortium abführen, für dieses Jahr sollen es nur noch 55 Mio Euro sein. 2017 soll
die Ausschüttung dann erneut auf 45 Mio Euro einbrechen und in den Folgejahren bis 2020 dann bei rund 60 Mio Euro liegen. „Die Ergebnisabführung bleibt damit deutlich hinter den Prognosen der Vorjahresplanung zurück“, stellt man in Essen nüchtern fest. Denn die Anteilseigner waren stets davon ausgegangen, dass pro Jahr rund 80 Mio Euro überwiesen werden und hatten ihre Finanzierung darauf entsprechend aufgebaut. (…)

Unberücksichtigt bleibt auch das Zinsrisiko: Laut einer Studie, die die FDP im Landtag kurz vor der Übernahme in Auftrag gegeben hatte, würde ein Zinsanstieg um drei Prozentpunkte für Duisburg 2,5 Mio Euro Mehrkosten bedeuten. Auf Nachfrage erklärten gestern die Stadtwerke und das Konsortium sich ab diesem Jahr darauf einzustellen, „dass die Ausschüttung, die bisher bei durchschnittlich rund acht Prozent liegt, auf etwa vier Prozent sinken könnte.

Eigentlich könnte man die Frage stellen warum hier niemand auf Untreue prüft. Denn es ist  so sicher wir der abendliche Sonnenuntergang, dass die STEAG als Kohlevertromer in eine zumindest unsichere Zukunft steuert. Oder anders: Die „Rettung“ in die öffentliche Hand war ein allzu durchschaubarer Schachzug, die Gewinne von damals schön privatisiert zu lassen – und die Probleme von morgen auf die Bürger abzuwälzen.

Es ist absolut unverständlich, wie Entscheider sich FÜR den STEAG-Deal aussprechen konnten. Waren sie überzeugt von der rosigen Zukunft, sind sie schlicht ungeeignet für ihren Job. Wussten sie was kommt, ist das ein Mal mehr der Ausverkauf des Steuerzahlers zu Gunsten eines Konzerns. Niemand aber wird damit durchkommen sagen zu können: „Also DAS konnte ja niemand ahnen!“

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