Die Frage nach der Sicherheit – Teil II

Nach der eigentlich fehlgeleiteten Diskussion um die Nachtschließung der Wache Voerde, kommt heute eine deutlich schlechtere Nachricht aus dem Kreis.

Auf derWesten liest man:

 Die Polizei im Kreis Wesel muss mit weniger Fahrzeugen auskommen: Wie Uwe Melchers, Vorsitzender der Kreisgruppe der Gewerkschaft der Polizei (GdP), jetzt auf Anfrage der NRZ bestätigte, wird die Zahl der Streifenwagen von 54 auf 38 und die Zahl der Zivilfahrzeuge von 66 auf 52 reduziert.

Eine so drastische Reduktion kann entsprechende Auswirkungen haben. Zwar ist man in der Kommunikation bemüht, das auszuschließen:

 Nils Krüger: „Die Streifenwagen für den Wachdienst, die sind da, da ist nix weggenommen worden.“

bzw.

Stephan Hegger, Pressesprecher des GdP-Landesverbandes, erklärt die Situation mit einem „Fahrplanmanagement“, das von einer mit Berufspraktikern besetzten Ar­beitsgruppe des NRW-Innenministeriums entwickelt wurde. Es seien „sehr realitätsnahe Szenarien“ durchgespielt worden, so Hegger, und fügt hinzu: „Die Ausstattung mit Fahrzeugen ist völlig in Ordnung, was das Land angeht.“

Und es ist auch anzunehmen, dass man sich auf Landessicht wirklich Gedanken gemacht hat. Nur ist ja nicht immer alles vergleichbar und wenn man sich Wesel anschaut, kommen da schon einige Besonderheiten hinzu.

Die Größte ist sicherlich, dass Wesel sich über eine sehr große Fläche erstreckt. Wenn man jetzt auf einer solchen Fläche aber kurze Reaktionszeiten (also bis zum Eintreffen der Polizei) haben will, geht das logischer Weise nur über viele Fahrzeuge, die dezentral stehen. Denn wenn ein Streifenwagen von Moers nach Voerde müsste (bewußt gewähltes und durchaus nicht realistischtes Beispiel), ist schnell ersichtlich, wo der Hase im Pfeffer liegt.

Allerdings macht es vermutlich wenig Sinn, jetzt gleich wieder eine Resolution an den Landrat zu schicken: Als Chef der Kreispolizeibehörde werden ihm die Probleme bewußt sein die auftreten, wenn man plötzlich 16 Streifenwagen weniger zur Verfügung hat. Und auch schon wegen der jetzt sicherlich kommenden öffentlichen Diskussion um die so gern ins Feld geführte „subjektive Sicherheit“ wird man im Kreishaus ein großes Interesse haben, noch mal mit dem Innenminister ins Gespräch zu kommen.

 

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