WTF? AFD?

Das Wochenende hat bei vielen Menschen in Deutschland tiefe Bestürzung hervorgerufen. Die AFD erreichte über 20% bei einer Landtagswahl und wurde nach der SPD die zweitstärkste Kraft. Wer jetzt noch nicht erkannt hat, dass die AFD eben keine zu belächelnde Gruppierung von Spinnern ist, wird es wohl auch nicht mehr.

Es ist auch zu einfach zu sagen, dass die AFD nur von Rechten oder Dummen gewählt würde. Die AFD ist mehr als eine „rechte Protestpartei“. In der Süddeutschen Zeitung gibt es dazu eine sehr treffende Analyse:

Nicht die Gesellschaft hat sich verändert und dadurch entstand die AfD. Sondern die AfD-Wähler waren schon immer da, und auch schon immer latent so eingestellt. Meistens gingen sie nicht zur Wahl (kein passendes Angebot), manchmal wählten sie aber auch CDU und im Osten „Die Linke“ oder NPD. Jetzt gibt es eine Partei die perfekt zu ihnen passt, ohne Kompromisse.

Man darf auch getrost davon ausgehen, dass die AFD nicht verschwindet, wenn man sie nur lang genug ignoriert. Denn wie das Internet ein Sammelbecken für Aluhut-Träger ist, ist die AFD eines für Demokratie-Hypochonder:

Diese Unzufriedenheit hat in den Realitäten der Demokratie eigentlich kein Fundament. Man kann es fast wie das Problem eines eingebildeten Kranken beschreiben. Die Demokratie ist in den vergangenen Jahrzehnten nicht schlechter geworden, sondern besser. Die Transparenz hat zugenommen, es gibt mehr Möglichkeiten über direkte Demokratie am Prozess teilzunehmen. Die Gründe für die Unzufriedenheit liegen eher in den Menschen selber als in der Demokratie.

(Quelle: Tagesschau)

Deswegen muss man aber nicht verzweifeln. Denn es gibt ein wirksames Gegenmittel gegen die AFD: Die anderen politischen Parteien, weniger weit Rechts.

Und im Grunde ist das einfach: jeder, der heute entsetzt über die AFD und deren Wahlerfolge ist, kann sich fragen was er (oder sie) dazu beitragen könnte, ähnliche Erfolge in NRW oder gar bei der Bundestagswahl zu erleben. Die Lösung dazu ist Partizipation.

Denn nur wer am demokratischen Willensbildungsprozess teilnimmt, stärkt dadurch unsere freiheitlich demokratische Grundordnung. Und so wirkungsvoll und notwendig Demonstrationen sind: Nachhaltig ist nur die politische Mitarbeit.

Bei uns Grünen geht das über die Fraktionen. In Voerde sogar ohne Parteimitglied zu sein. Alles was es braucht ist die Lust, sich und seine Meinung in den demokratischen Entscheidungsprozess einzubringen.

Daüber hinaus gibt es dann noch die Parteien, neben uns Grünen ja auch beispielsweise die SPD, CDU und die Linke, die sich für unser Wertesystem einsetzen. Selbst wenn ich nicht in den Fraktionen mitarbeiten möchte, kann ich über eine Parteimitgliedschaft dafür sorgen, dass unserer Demokratie kein Schaden beigefügt wird. Von Menschen, denen es offensichtlich zu gut geht und die vielleicht sogar ernsthaft glauben, weniger Demokratie, weniger Meinungsfreiheit, weniger Reisefreiheit, weniger persönliche Freiheit wäre gar nicht so schlimm.

Nach der Wahl in MV sind jetzt alle gefordert. Eben auch Ihr.

Und kommt mir nicht mit „ich kann doch nichts ändern“. Jeder kann etwas bewegen. Dazu muss man nur im aller ersten Schritt erst mal sich selbst bewegen. Vielleicht schon am kommenden Montag zu unserer Fraktionssitzung?

 

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