Das Aus der Kohle – so völlig überraschend

Die Welt berichtet aktuell in einem Artikel über die Veränderungen im STEAG-Konzern, u. a. dem Schließen des Kraftwerks Voerde:

Eines der größten Kohlekraftwerke im Land ist Anfang April Geschichte. Das Steag-Kraftwerk in Voerde am Niederrhein wurde vom Netz genommen, für den Essener Energieerzeuger lohnt sich infolge der Energiewende der Betrieb nicht mehr.

Um das Ganze mit ein wenig Kontext zu versehen, wird noch mal auf den Eigentümerwechsel hingewiesen:

Die Steag gehört einem Konsortium der Stadtwerke Duisburg, Dortmund, Bochum, Essen, Dinslaken und Oberhausen. Diese zahlten vor einigen Jahren mehr als 1,2 Milliarden Euro für die Steag, mit viel geliehenem Kapital. Damals ließ sich mit Kohlekraftwerken noch richtig Geld verdienen, doch die Zeiten haben sich geändert. Die Steag verdient nun gerade noch genug, um ihren Eigentümern Zinsen und Tilgung zu bezahlen, derzeit 50 Millionen Euro.

Nun ja, damals lies sich noch Geld damit verdienen? Eigentlich hätte man damals ja schon die Frage stellen müssen, warum EVONIK sich denn überhaupt von seinen Anteilen trennen will, wenn man doch so gut Geld verdient?

Und es ist gerade noch genug Geld da, um Zinsen und Tilgung zu bezahlen? Ja Mensch, wenn man das doch nur vorher hätte irgendwie ahnen können. Und die Zukunftsaussichten sind keineswegs rosig:

Bis aber bei der Steag die Gewinne wieder richtig sprudeln, müssen die Eigentümer den Wegfall von etwa 30 Millionen Euro verkraften, die es es früher im Jahr gab.(…) Hart wird es bis dahin aber für die Beschäftigten. Vorstandschef Joachim Rumstadt will gemäß dem Programm „Steag 2022“ bis zu 1000 Arbeitsplätze abbauen. Ende 2016 beschäftigten die Essener noch 5900 Menschen, davon etwa 3500 in Deutschland. Für den Kraftwerkstandort Voerde wurde laut Steag-Betriebsratschef Ralf Melis mit der Geschäftsführung und der Gewerkschaft IGBCE ein Sozialplan und Vereinbarungen erarbeitet, um den Stellenabbau sozialverträglich und möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen zu bewältigen.

Das Schlimme an der ganzen Nummer ist doch, dass es so absehbar war: EVONIK verkauft keine Sparte, die dauerhaft Geld in die Kasse spült. Kämmerer sind nicht dazu berufen, Unternehmen strategisch zu begleiten und die fehlgeleitete Energiepolitik der (vor allem) CDU wurde schon vor geraumer Zeit von den Kunden durch massiven Wechsel auf Ökostrom ad absurdum geführt.

Interessant sind jetzt all die Politiker und Manager die verwundert ihre Augen reiben und sagen: Ja wer hätte das denn kommen sehen können? Und denen man sagen muss: Jeder, der es kommen sehen wollte. Oder jede.

 

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