Unsere Umfrage: Was denkt Ihr über Voerde?

LM Liebe Voerder*innen,

wie versprochen wollen wir Euch noch vor der Wahl das Ergebnis unserer Umfrage zeigen. Wir sind überrascht davon, wie viel Ihr uns über die Freitext-Felder mitgeteilt habt. Weswegen auch mehrere Personen mit der Auswertung beschäftigt sind. Das erklärt auch den vielleicht nicht immer einheitlichen Sprachstil. Aber auch wenn wir noch Tage brauchen werden, alle Details zu erfassen, habt Ihr uns sehr viele wichtige Hinweise gegeben:

Was uns nicht gelingt ist, hier jetzt auf alle Eure Rückmeldungen einzeln einzugehen. Insgesamt haben wir 4.259 individuelle Antworten bekommen.

Auf jeden Fall danken wir Euch schon mal ganz herzlich für Euer Feedback. Nach ungefähr der Hälfte der kommenden Wahlperiode und gegen Ende wollen wir mit Euch noch mal einen Abgleich starten, ob wir Voerde mit Euren Hinweisen verbessern konnten und was noch passieren muss.

 

Am Ende der Umfrage findet Ihr ein PDF mit dem Volltext der Umfrage und allen abgegebenen Antworten. Wenn Ihr uns noch was mitgeben wollt, schreibt es bitte hier in die Kommentare 🙂

 

Die Auswertung

Zunächst haben wir Euch gebeten mit Schulnoten zu bewerten, wie es in Voerde die verschiedenen Angebote für die Menschen in der Stadt gestellt ist. Zusammenfassend vorweg: Ihr findet Voerde im Wesentlichen befriedigend bis ausreichend, mit kleinen Außreißern:

  • Angebote für Jugendliche: Ausreichend
  • Angebote für Senioren: Ausreichend
  • Angebote für Familien: Ausirechend
  • Angebote zum Einkaufen: Befriedigend
  • Kulinarische Angebote: Ausreichend
  • Kulturelle Angebote: Ausreichend
  • Nachverkehrs-Angebot: Ausreichend
  • Fahrrad-Infrastruktur: Befriedigend

 

Das ist weit weg von dem, was Politik wollen kann. Natürlich ist uns klar, dass in einer Stadt wie Voerde nicht alles super sein kann. Aber auch wenn im Studium die 4 gewinnt, wollen wir natürlich besser sein.

Deswegen gehen wir jetzt in die einzelnen Bereiche und schauen mal wo Ihr Probleme seht und wie wir die angehen können:

 

Hat Voerde genug Angebote für Jugendliche?

Hier habt Ihr mit 18% gesagt ja und mit überwältigenden 84% nein. Also ist das ein Bereich, den wir dringend angehen müssen.

Aus den Kommentaren können wir entnehmen, dass Euch beispielsweise Orte zum Lernen fehlen. Das ist ein überraschende Antwort, denn wenn man Jugendliche fragt, was sie gerne machen wollen, rechnet man nicht mit lernen.

Aber auch Treffpunkte und Cafés & Bars sind genannt. Vor allem wird Kritik an der Menge der Discounter geübt. Grundsätzlich wird viel auch nach Orten gerufen, an denen Ihr unbeaufsichtigt machen könnt, wonach Euch ist.

Gelobt werden dagegen das JuZ und die Stock. Hier sind wir wohl auf dem richtigen Weg. Ein großes Problem scheint für die Jugendlichen der ÖPNV zu sein – angesichts der ohnehin nicht tollen Situation mit Bussen in Voerde kein Wunder.

 

Gibt es in Voerde genug Angebote für Seniorinnen und Senioren?

Hier ist das Antwortverhalten anders. 62% sagen ja, 38% dagegen nein.

In den Kommentaren wird dann auch direkt bemerkt, dass es in Voerde mehr Angebote für Senioren gäbe als für Jugendliche. Das passt ja auch zur Frage davor.

Gewünscht werden Mehrgenerationen-Angebote und Unterstützung für Hilfsbedürftige. Die Barrierefreiheit wird als wichtiges Thema angesehen und die Seniorenwohnungen allgemein gelobt. Aber wie schon bei den Jugendlichen wird der ÖPNV kritisiert. Gewünscht wird auch die Einrichtung eines Seniorencafés, in dem man frühstücken und Kaffee trinken kann. Das wäre eigentlich für den Rathausplatz wünschenswert.

 

Das Thema „Familie“ haben wir in 3 Fragen herunter gebrochen:

  • Gibt es in Voerde genug Angebote für Familien?
    Hier haben 35% ja und 65 % nein geklickt.
  • Bekommen Eltern in Voerde genug Unterstützung?
    Hier sagen 55% ja und 45% nein.
  • Können Kinder in Voerde sicher und sorgenfrei aufwachsen?
    Hier haben erstaunliche 75% ja gesagt und nur 25% nein

Wenn wir dann die Kommentare durchgehen, sie es ungefähr so aus: Direkt als erstes wurde angemerkt, dass die Angebote für Homeoffice, insbesondere der Ausbau des Internets nötig wäre, eben so mehr und bessere Spielplätze und Freizeitangebote für Familien.

Dazu wurde angemerkt, dass Corona gezeigt hat, dass es im Bereich der Kinderbetreuung noch Potential gibt. Aber auch ohne Corona wird eine höhere Flexibilität in den Kitas gewünscht.

Eine Überarbeitung der Bahnhofstraße war ebenso gefordert, insbesondere der Fuß- und Radwege, wie allgemein mehr Grün auf öffentlichen Plätzen und an Straßen, auch des Schattens wegen.

Interessant ist, dass die Arbeit des Jugendamtes ausdrücklich gelobt wird.

Und passend zum gewünschten Seniorencafé aus der Frage 2 und dem Jugendtreff aus Frage 1 wird auch ein Familiencafé gewünscht. Allgemein scheint der Wunsch nach Kaffee in Voerde sehr ausgeprägt 😊

Und was hier in diesem Themenkomplex ganz massiv betont wird: Die Bedeutung des Freibads für Voerde.

Kitas und Schulen

Ergänzend zum Thema Kita und Schule wollten wir wissen: Stimmt das Angebot zur Kinderbetreuung und Schule? 61% haben das bestätigt, 38% sehen das leider anders.

Bei den Kommentaren werden vor allem die Betreuungszeiten genannt. Bei den Schulen die Digitalisierung. Insgesamt scheint es so, dass viele Menschen in Voerde sich Gedanken darüber machen, dass eine gute Betreuung von Kindern der Schlüssel zu deren Zukunft ist.

Einkaufen in Voerde

Die Ergebnisse kann man vermutlich als das Thema mit den meisten Problemmeldungen betrachten. Das reicht von den leider leerstehenden Läden am Rathausplatz über Kritik an übermäßig vielen Discountern bis hin zu dem Wunsch nach einem Dorfladen in GöWi – der aber ja tatsächlich kommt. Bei den Kommentaren zu dem Thema kann man aber darauf schließen, dass die Bemühungen der Wirtschaftsförderung in Voerde massiv verstärkt werden müssen.

Gleichzeitig muss aber die Politik auch hin gehen und versuchen die Einwohner*innen zu animieren, auch wirklich lokal einzukaufen. Es nutzt ja nix, Läden anzuwerben und zu fördern, wenn dann am Ende doch im Internet bestellt wird. Das hier wird mit Sicherheit eines der spannendsten Themen der nächsten Monate.

Essen gehen in Voerde

Das Angebot an Restaurants scheint für viele durchaus der Stadt angemessen. Vermisst werden aber Bars und Restaurants vor allem für jüngere Menschen und vor allem vegatrische und vegane Küche. Neben einer leichten Kritik an zu viel Fastfood wird vor allem auch das Haus Voerde wieder als Restaurant gewünscht.

Die Bandbreite des Verfügbaren, von Döner und Pizza über „richtige“ italienische und Deutsche Küche bis hin zu einem japanischen und einem nepalesischem Restaurant dagegen wird als sehr positiv angesehen. Vermisst werden aktuell Events, was sicher auch an Corona liegt und durch die gut angenommene Rhein-Zeit gefördert wurde.

Sport in Voerde

Die Menschen in Voerde sind offensichtlich mit den Vereinen und anderen Angeboten zufrieden. Die Wünsche scheinen sich in erster Linie auf die Infrastruktur (Radwege) und auf altersangepasste Angebote zu beziehen  – womit wir wieder bei den ersten Fragen dieser Umfrage angelangt wären.

Eines der zentralen Themen ist tatsächlich auch die Schwimmbad-Situation mit dem Hinweis auf das Alter der bestehende Bäder und der Erwartung an das neue Kombibad.

Zum Thema Kultur wollten wir wissen: Was findet ihr gut und was fehlt euch?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass von 49 Rückmeldungen 18 uneingeschränkt positiv ausfielen.

Am häufigsten wurde der Weihnachtsmarkt mit seinem Flair und durch den Standort am Wasserschloss positiv bewertet. Aber auch der Karnevalszug wurde von vielen wegen des traditionellen Charakters als besonders erhaltenswert eingestuft. Es folgen Rhein-Zeit und die musikalischen Veranstaltungen am Tender.

Recht einheitliche Kritik zum Weihnachtsmarkt, Karneval und auch zur Rheinzeit findet sich am Überangebot von kommerziellen Anbietern (Ess- und Trinkständen).

Die Bücherei mit ihren Veranstaltungen wurde durchaus positiv bewertet, vor allem im Rahmen der Möglichkeiten einer kleinen Stadt.

Die meisten Rückmeldungen zur Rheinzeit waren positiv –Kinder und Erwachsenen würden gut angesprochen werden, die Jugendlichen könnten besser eingebunden werden. Es gab eine Kritik über die Lautstärke der Veranstaltung/en und eine Rückmeldung zu fehlenden Sitzangebote.

Es gab mehrere lobende Rückmeldungen über die kulturellen Angebote der VHS, einige Stimmen beklagten den Rückgang der Angebotsbreite durch diese Form. Es wurde zweimal der Mangel von qualitativer Kultur bemängelt, allerdings wurde der Begriff von Qualität nicht differenziert beschrieben.

Folgende Wünsche und Vorschläge wurden konkret formuliert.

  • Food Trucks, Weinfest, Schloss Abende, Sommerkino,
  • Vereine, Ehrenamtlichen und private Kunst – Kultur- und Musikschaffende in das kommunale Angebot einzubinden.
  • Eine Bandbreite von Musik Veranstaltungen und Theater Angebote für alle Altersgruppen an attraktiven Orten wie der Stockumer Schule, Marktplatz, Haus Voerde

 

Zu der Frage nach einer Bewertung des Nahverkehrs und Verbesserungsvorschlägen haben 58 Personen eine Rückmeldung gegeben:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Anbindung mit der Bahn in das Ruhrgebiet in den letzten Jahren sehr verbessert hat. Allerdings wurde zum Teil die Taktung beklagt, bzw. eine häufigere Taktung gewünscht. Besonderes nachts wäre es schwierig zurück nach Voerde zu kommen und in Friedrichsfeld würden Züge nicht verlässlich halten.

Es wurde benannt, dass die Bahnhöfe sicherer und barrierefrei gestaltet werden sollten. Auch Sauberkeit und sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder wurden von einigen gewünscht. Der Mangel von Verkaufsschaltern wurde kritisiert.

Die Anbindung an die Rheindörfer wurde von sehr vielen und dann ausschließlich negativ bewertet. Hier wären die Menschen auf ein Fahrrad bzw. Auto angewiesen.

Sämtliche Busverbindungen wurden negativ bewertet. Dabei wird in der Regel sowohl die Taktung und Häufigkeit der Fahrten beklagt. Von einigen wird das grundsätzliche Preis – Leitungsverhältnis des öffentlichen Nahverkehrs beanstandet.

Trotz der Kritik von Einzelnen konnten wir feststellen, dass viele von euch Voerder*innen über den eigenen Tellerrand hinaus schauen und nach möglichst realistischen, ortsgegebenen Lösungen suchen:

Zum Beispiel hinterfragten viele die Wirtschaftlichkeit eines Ausbaus des ÖPNVs, wenn die Auslastung zum Teil jetzt schon nicht entsprechend hoch ist. Eine Idee von kleineren Fahrzeugen bei häufigeren Fahrfrequenzen wurde eingebracht, sowie der Wunsch die Busflotte elektrisch bzw. mit Wasserstoff anzutreiben. Auch Bürger – oder Taxibusse wurden vorgeschlagen. Für einen fehlenden Schienenverkehr auf einigen Strecken, wurde der Vorschlag für die Installation von Schnellbussen gemacht.

Des Weiteren sollten die Schulbussysteme besser an die (Schul)- Zeiten angepasst und synchronisiert werden.

Zum Thema Radfahren haben sich 61 Personen zu Wort gemeldet.

Es wurde deutlich, dass das Rad ist für die meisten von euch ein wichtiges und beliebtes Verkehrsmittel ist und sich die Voerder*innen sehr viele Gedanken dazu machen und zum Teil bereits sehr konkrete Lösungsideen für eine Verbesserung der Fahrradsituation entwickelt haben.

Sehr häufig der sehr schlechte Zustand von Radwegen an diversen Stellen von Voerde kritisiert.

Desweitern wird häufig die mangelnde Sicherheit für Radfahrende benannt, z.B. durch fehlende Fahrradwege, fehlende Überquerungshilfen an stark befahrenden Straßen, ein schlechter bzw. fehlender Winterdienst auf den Radwegen, schlechte und unübersichtliche Kennzeichnung von Radwegen, unzureichende Trennung von Straße und Radweg und vieles mehr.

Für Lastenräder oder Fahrradanhänger gibt es an einigen Stellen kein Durchkommen.

Oft wird die Gefährdung durch Autos benannt. Zum einen entstehen gefährliche Situationen durch die oben aufgezählten strukturellen Probleme. Zum anderen wird häufig das rücksichtlose Fahren wie bei Überholmanövern mit geringem Abstand bei zu hoher Geschwindigkeit benannt. Die rechtliche Gleichberechtigung von Rad – und Autoverkehr wäre im „Real“ Straßenverkehr nicht zu erleben.

Die Teilnehmenden wünschen sich vor allem eine Verbesserung / Sanierung von Radwegen, deutliche Markierungen, Tempolimits, bessere Ampelschaltungen, usw.

Des Weiteren werden städteübergreifend gut ausgebaute Radwegenetze für Bewohner*innen und Tourist*innen gewünscht. Es werden sichere Fahrradstellplätze gefordert, um Diebstahl und Schädigungen einzustellen. Und auch Leihräder würden eine Flexibilität von Mobilität erhöhen.

Um die vielen Rückmeldungen und Vorschläge zu bündeln, wurde der Vorschlag gemacht einen Arbeitskreis für den Radverkehr zu gründen.

Seid Ihr zufrieden, in Voerde zu wohnen?

Schließlich wollten wir noch wissen, ob Ihr gerne in Voerde wohnt. Sensationelle 91% haben trotz aller Widrigkeiten gesagt, sie gerne hier in Voerde wohnen.

Bei der Frage nach dem bezahlbaren Wohnraum haben dann allerdings 68% geäußert, dass Voerde davon mehr braucht. Was uns bestärkt, dass Voerde eben nicht nur Ort der Einfamilienhäuser sein kann. Die dazu erwerbbaren Grundstücke sollten übrigens Eurer Meinung nach bevorzugt (62%) eher an Menschen aus Voerde verkauft werden, denn an Nicht-Voerde.

Und wie nehmt Ihr Politik wahr?

Als wir gefragt haben, ob Ihr überhaupt wisst, was Politik in Voerde entscheidet, hat eine knappe Mehrheit nein (55,5%) gesagt. Hier müssen wir dringend dran arbeiten, denn 90% von Euch haben gesagt, dass es sie interessiert, was Rat und Fraktionen entscheiden. Hier muss Politik also dringend transparenter werden.

Auch bei der Frage ob Ihr überhaupt wisst, wer für Euch in der Politik ansprechbar ist. Nur knapp über die Hälfte (53%) der Teilnehmer*innen wissen demnach, wie sie Fragen und Anregungen in die Politik transportieren können.

Was erstaunlich ist, denn zumindest auf Social Media nehmen 64% der Befragten die Parteien wahr. Allerdings haben wir auch gelernt, dass Ihr wenig mit uns Grünen auf Twitter und Instagram anfangen könnt und unsere Website und Facebook-Seite auch nur eingeschränkt bekannt sind. Hier wollen wir unsere Angebote ausbauen.

Zum Schluss: Die Statistik

Insgesamt waren 94% der Menschen die die Umfrage beantwortet haben tatsächlich aus Voerde, 4% wohnen jetzt woanders. Die Verteilung auf Männer und Frauen war fast halb und halb und in den Altersklassen waren 18-25 und 36-45 Jahre am meisten vertreten – allerdings mit denkbar knappem Vorsprung.

Hier jetzt die Umfrage in ungekürzter Form: Umfrage 2020

 

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